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17.02.2026
18:18 Uhr
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Mehr als drei Stunden haben Vertreter der USA und des Iran in Genf über das iranische Atomprogramm diskutiert. Der Iran rechnet nicht mit einer raschen Lösung.

Nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den USA rechnet der Iran nicht mit einer raschen Übereinkunft. "Der Weg zu einer Einigung hat begonnen, wir sind bereit", sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi dem Staatsfernsehen nach dem mehr als dreistündigen Treffen in Genf. Die Atmosphäre beschrieb er als konstruktiv. "Aber das bedeutet nicht, dass wir eine Einigung erzielt haben." Die Ausarbeitung werde Zeit in Anspruch nehmen. Einen Termin für eine neue Verhandlungsrunde gibt es ihm zufolge noch nicht. Bei den Gesprächen geht es unter anderem um Irans Atomprogramm . Die USA wollen verhindern, dass die Führung im Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung militanter Gruppen hatte der Iran vorab ausgeschlossen. Außenminister Araghtschi sagte weiter, bei den Gesprächen sei eine allgemeine Übereinkunft über "eine Reihe von leitenden Prinzipien" erzielt worden. Auf deren Grundlage könne ein Abkommen erzielt werden. Details dazu waren zunächst nicht bekannt, auch eine Stellungnahme der USA gab es nicht. Die iranische Delegation hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zugesagt, innerhalb der kommenden zwei Wochen detaillierte Vorschläge zur Überbrückung der verbleibenden Differenzen vorzulegen. Das habe ein US-Vertreter bestätigt, der namentlich nicht genannt werden wollte. Es seien zwar Fortschritte erzielt worden, es gebe jedoch noch viele Einzelheiten zu besprechen. Eine iranische Stellungnahme zu dieser Darstellung lag zunächst nicht vor. Parallele Marineübung des Iran Die Gespräche zwischen der von Araghtschi geführten Delegation und der US-Seite fanden in der omanischen Botschaft in Genf statt. Die USA wurden durch den Sondergesandten Steve Witkoff sowie den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, vertreten. Trump hatte zuvor gesagt, er werde indirekt in diese Gespräche involviert sein . Parallel demonstrierten Irans Marinestreitkräfte ihre Einsatzbereitschaft. Das iranische Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen mobiler Raketenwerfer an Land, die Ziele in der Straße von Hormus an der Südküste trafen. "Gefährlicher als ein Flugzeugträger ist die Waffe, die ihn auf den Meeresgrund schicken kann" Die Verhandlungen laufen vor dem Hintergrund massiver Spannungen. Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt . Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei zeigte sich unerschrocken angesichts der Drohungen. "Gefährlicher als ein Flugzeugträger ist die Waffe, die ihn auf den Meeresgrund schicken kann", sagte er. Seit den Massenprotesten ist Irans Führung innenpolitisch so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr . A m Wochenende demonstrierten rund eine Million Menschen auf mehreren Kontinenten für Freiheit im Iran . Zu dem Aktionstag aufgerufen hatte Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Die Protestbewegung sieht einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung kritisch.