Zeit 06.02.2026
14:34 Uhr

Generalsanierung der Deutschen Bahn: Wie Sie über Köln und Nürnberg dennoch ans Ziel kommen


Bei der Bahn steht die nächste Generalsanierung an. Der Abschnitt zwischen Hagen und Köln wird gesperrt, ebenso eine Strecke in Bayern. Was Zugreisende wissen müssen.

Generalsanierung der Deutschen Bahn: Wie Sie über Köln und Nürnberg dennoch ans Ziel kommen
Das Großprojekt der Deutschen Bahn – die Generalsanierung stark frequentierter Strecken – geht den nächsten Schritt, diesmal sind Verbindungen in Nordrhein-Westfalen und Bayern betroffen. Fünf Monate lang fahren kaum Züge von Hagen über Wuppertal und Solingen nach Köln. Fernzüge werden umgeleitet, der Nahverkehr weitestgehend durch Busse ersetzt. Auch ab Nürnberg steht eine längere Sanierung an. E in Überblick: Wie lange wird die Strecke Hagen-Köln saniert? Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hagen-Köln beginnt am heutigen Freitagabend um 21 Uhr. Bis zum 10. Juli will die Deutsche Bahn die Arbeiten abgeschlossen haben. Welcher Abschnitt ist genau gesperrt? Entlang der 65 Kilometer langen Strecke zwischen Hagen und Köln sind mehrere Haltestellen des Fernverkehrs betroffen. Die Halte an den Hauptbahnhöfen Wuppertal, Solingen und Hagen entfallen, wie eine Bahnsprecherin der ZEIT mitteilte. Der Nahverkehr auf der Strecke wird stark eingeschränkt sein. Mehrere Wochen lang fahren gar keine Züge: zwischen dem 6. und 20. Februar, dem 20. März und 3. April sowie dem 15. Mai und 12. Juni. In allen anderen Zeiträumen fahren nur manche S-Bahnen und Regionalzüge. Von den Sperrungen betroffen sind in unterschiedlichen Zeiträumen die Linien RE 4, RE 7, RE 13, RE48, RE 49, S 7, S 8, S 9 und S 28. Welche Umleitung gibt es? Fernzüge werden im gesamten Zeitraum umgeleitet und fahren über Dortmund, Essen und Düsseldorf. Für die Strecke Berlin-Köln bedeutet das beispielsweise eine längere Fahrtzeit, da der ICE-Sprinter entfällt. Der reguläre ICE wird umgeleitet, seine Fahrzeit bleibt ungefähr gleich: Eine Fahrt dauert damit fast fünf Stunden. Ab dem 15. Mai soll es außerdem wieder eine ICE-Verbindung zwischen Hagen und Berlin geben. Die IC-Verbindung von Stuttgart über Köln nach Dresden wird in zwei Abschnitte aufgeteilt und fährt einmal zwischen Stuttgart und Köln sowie zwischen Dortmund und Dresden. Die Verbindung Hamburg-Köln ist von der Sanierung nicht betroffen. Wer auf den Nahverkehr zwischen Hagen und Köln angewiesen ist, muss größtenteils auf einen Ersatzverkehr mit Bussen ausweichen. Das dauert erheblich länger: "Von Wuppertal nach Köln ist der Bus beispielsweise gut eineinhalb Stunden unterwegs, mit dem Zug dauert es regulär 34 Minuten", sagte die Bahnsprecherin. Auf ihrer Website stellt die Bahn Linienpläne für den Ersatzverkehr bereit. Was saniert die Bahn? Vieles wird verbessert: Unter anderem werden mehr als 80 Kilometer Gleise sowie Weichen und Oberleitungen erneuert. Außerdem werden Schallschutzwände aufgestellt. Die Bahnhöfe auf der Strecke werden modernisiert und teils so umgebaut, dass sie barrierefrei werden. "Die DB bündelt im Rahmen der Projekte den Baubedarf der kommenden 5 bis 10 Jahre", sagte eine Bahnsprecherin der ZEIT. Doch nicht alles wird sofort erneuert: Der Fahrgastverband Pro Bahn befürchtet auch nach der Sperrung weitere Arbeiten, da die zum Teil veralteten Stellwerke bei den Arbeiten außen vor bleiben, wie der WDR berichtete . Laut Bahnsprecherin liegt der Fokus bei der Sanierung tatsächlich auf Gleisen und Bahnhöfen, da die Stellwerke "auf dieser Strecke sehr groß sind und erst weit in den 2030er Jahren erneuert werden können". Dennoch würden parallel jene Stellwerke ausgebessert, die in schlechtem Zustand seien. Diese Arbeiten hätten der Bahn zufolge keine weiteren Auswirkungen auf den Zugverkehr. Welche Strecke wird in Bayern saniert? Neben Hagen-Köln steht außerdem die erste Generalsanierung für Bayern an: Die Strecke zwischen Regensburg und Nürnberg wird ab dem heutigen Freitag ebenfalls bis zum 10. Juli ausgebessert. Der Fernverkehr wird bis zum 13. Juni über Ingolstadt umgeleitet. Dadurch ergibt sich eine längere Fahrtzeit von mindestens 50 Minuten. Auch danach gibt es Einschränkungen im Fernverkehr, da dann die Strecke Regensburg-Passau saniert wird. Einschränkungen wird es vor allem im Nahverkehr geben, dort werden die Züge zwischen Nürnberg und Regensburg durch Busse ersetzt. Betroffen sind die Linien RE 22, RE 50 und RE 51 sowie die S3 . Eine Alternative zu den Ersatzbussen bietet der RE 40 von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg. Welche Sperrungen stehen sonst noch an? Insgesamt sollen 41 stark befahrene und dringend sanierungsbedürftige Bahnstrecken bis zum Jahr 2036 saniert und modernisiert werden. Das Großprojekt begann 2024 mit der Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim. Im vergangenen Jahr folgte die Sanierung Berlin-Hamburg , die noch immer andauert. Wegen anhaltendem Frost sind dort laut Bahnsprecherin bestimmte Arbeiten derzeit nicht durchführbar. Dass Ende April die Strecke wieder in Betrieb gehen kann, daran hält der Konzern jedoch fest. Noch in diesem Jahr stehen zwei weitere Abschnitte an, im Jahr 2028 soll dann auch die im Norden an Hagen angrenzende Strecke nach Hamm saniert werden. Ein Überblick über die kommenden Jahre: Noch in diesem Jahr: Obertraubling-Passau Troisdorf-Wiesbaden 2027: Rosenheim-Salzburg Lehrte-Berlin Bremerhaven-Bremen Fulda-Hanau 2028: Köln-Mainz München-Rosenheim Hagen-Unna-Hamm Lübeck-Hamburg