|
30.12.2025
15:08 Uhr
|
In Gelsenkirchen ist es zu einem der wohl größten Einbruch-Coups in der deutschen Kriminalgeschichte gekommen. Ermittler verfolgen mittlerweile eine konkrete Spur.

Bei einem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen haben die Täter rund 30 Millionen Euro erbeutet. Das teilten Ermittler aufgrund einer ersten Schätzung mit. Es seien 3.200 Schließfächer aufgebrochen worden und mehr als 2.500 Geschädigte betroffen. Bei der Tat, die in der Nacht zu Montag entdeckt worden war, dürfte es sich um einen der größten Coups bei einem Einbruch in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte handeln. Die Ermittler gehen mittlerweile einer konkreten Spur nach: Zeugen hätten Hinweise auf mehrere Männer gegeben, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit großen Taschen im Treppenhaus eines angrenzenden Parkhauses gesehen worden seien, teilte die Polizei mit. Polizei spricht von "sehr professionellem" Einbruch Videobilder aus dem Parkhaus zeigen einen hochmotorisierten schwarzen Wagen, der am frühen Montagmorgen das Parkhaus verlassen habe. Im Auto hätten maskierte Personen gesessen, von denen einer die Schranke zur Ausfahrt betätigt habe, teilte die Polizei weiter mit. Das Kennzeichen an dem Fahrzeug sei zuvor in Hannover entwendet worden. Ein Polizeisprecher sagte, der Einbruch sei "tatsächlich sehr professionell abgelaufen" und ergänzte: "Da muss sehr viel Vorwissen beziehungsweise sehr viel kriminelle Energie hinter gesteckt haben, um das so zu planen und dann durchzuführen." Die Täter gelangten laut ersten Erkenntnissen über ein Parkhaus durch mehrere Türen in einen Archivraum, an dessen Wand schließlich ein Durchbruch zu dem Tresorraum führte. Ein Spezialbohrer kam dabei zum Einsatz. Die Polizei hatte am Montag die Spuren am Tatort gesichert. Den Einbruch hatten Einsatzkräfte in der Nacht zu Montag infolge eines Alarms der Brandmeldeanlage entdeckt. Beim Durchsuchen des Gebäudes nach einem möglichen Feuer stießen die Feuerwehrleute und Polizisten auf die Einbruchsspuren. Die Polizei teilte mit, dass es bereits am Samstag einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude gegeben habe. Damals seien Einsatzkräfte zwar gegen 6.15 Uhr vor Ort gewesen, hätten aber nichts feststellen können, was auf einen Schaden hätte schließen lassen. Aufgebrachte Kunden versammeln sich vor Bankgebäude Am Dienstag versammelten sich erneut zahlreiche aufgebrachte Menschen vor der Filiale im Stadtteil Buer, die Informationen erhalten wollten. Der Unmut unter den besorgten Kunden wächst nach dem Einbruch. Die Zahl der in der Kälte wartenden Menschen stieg auf ungefähr 200 an, wie ein Reporter berichtete. Ein Sprechchor rief: "Wir wollen rein, wir wollen rein!" Die Situation drohte zu eskalieren, mehrere Menschen gelangten an Mitarbeitenden einer Sicherheitsfirma vorbei in den Vorraum der Sparkasse. Die Polizei sicherte daraufhin den Eingang. Die Sparkasse bat auf ihrer Webseite darum, nicht zur Filiale zu kommen. "Aktuell klären wir mit der Versicherung, wie die Schadensabwicklung so kundenfreundlich wie möglich erfolgen kann. Dazu werden wir alle betroffenen Kundinnen und Kunden informieren", hieß es.