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26.01.2026
16:40 Uhr
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Tief Leonie hat Deutschland im Griff: Eine Niederschlagsfront zieht über das Land und sorgt für Verkehrschaos. Und auch in den kommenden Tagen könnte es glatt werden.

Schneefall und überfrierender Regen haben bundesweit zu Verkehrsbehinderungen sowie zahlreichen Unfällen geführt. In einigen Städten gab es zudem starke Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, bei der Deutschen Bahn kam es insbesondere im Bereich des Regionalverkehrs zu Verspätungen und Ausfällen. In einigen bayerischen und niedersächsischen Landkreisen blieben Schulen aufgrund der angespannten Wetterlage geschlossen. Ursache für Schnee und gefrierenden Sprühregen ist das Tief Leonie: Eine Front mit Niederschlägen überquert Deutschland seit Sonntagabend von Südwesten nach Nordosten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) wird das Tief am Dienstag Polen erreichen, bereits bis Montagmittag wurden alle Unwetterwarnungen aufgehoben. Doch auch in den nächsten Tagen ist laut DWD mit einem Mix aus Regen und Schnee sowie mancherorts weiterhin mit Glättegefahr zu rechnen. A8 zeitweise voll gesperrt Zunächst ereigneten sich primär im Süden des Landes viele Unfälle. Dort fielen bis zu 25 Zentimeter Neuschnee. Allein in Unterfranken zählte die Polizei bis Montagmorgen rund 90 witterungsbedingte Unfälle. Im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg in Baden-Württemberg ereigneten sich 65 Unfälle, in Stuttgart 70, in der Region Ulm mehr als 50. Die Autobahn 8 zwischen Stuttgart und München musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden, weil Fahrzeuge an Steigungen feststeckten. In der bayerischen Oberpfalz wurden die Fahrer eines Lkw und eines Autos schwer verletzt, als ihre Fahrzeuge auf der A3 bei Velburg kollidierten. Bei Nürnberg geriet ein Mann mit seinem Auto auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und landete im Vorgarten einer Kirche. In Thüringen zählte die Polizei 97 Verkehrsunfälle innerhalb von acht Stunden, 31 davon auf Autobahnen. Dabei wurden sieben Menschen verletzt, einer schwer. In der Nähe von Paderborn in Nordrhein-Westfalen geriet ein 39-jähriger Autofahrer in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Dabei wurde er lebensgefährlich verletzt. Sein 17-jähriger Beifahrer wurde ebenfalls schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Straßenbahnen stecken im Berliner Streckennetz fest Am Montagmorgen verlagerte sich der Schwerpunkt des Unfallgeschehens weiter in den Norden und Osten. In Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich laut Polizeipräsidium Rostock zahlreiche Unfälle auf den Autobahnen 14, 20 und 24. In Sachsen musste ein Pkw mit einem Kran geborgen werden, nachdem er beim Wechsel von der A14 auf die A9 von der Straße abgekommen war. In Brandenburg wurde der Fahrer eines Kleintransporters verletzt, als sein Wagen auf der A10 bei Wandlitz umkippte. In Berlin waren die Straßen teilweise spiegelglatt. Starker Regen hatte laut Stadtreinigung in der Nacht das Tausalz stellenweise von den Fahrbahnen gespült. Wegen gefrorener Oberleitungen fielen in der Hauptstadt zudem die Straßenbahnen aus – rund 40 Trams steckten im Streckennetz fest. "Das ist eine historische Lage, das hatten wir so noch nie", sagte eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe BVG. In Potsdam wurde der Busverkehr eingestellt. Auch in Bayern stand der Nahverkehr am Montagmorgen teilweise still, etwa in Würzburg und Nürnberg. Zugausfälle und Verspätungen im Regional- und Fernverkehr Die Deutsche Bahn warnte vor Verspätungen und Zugausfällen. Im Nordosten, in Sachsen-Anhalt, in Baden-Württemberg und Hessen kam es hauptsächlich im Regionalverkehr zu witterungsbedingten Störungen und Ausfällen. Auch der niedersächsische Regionalbahnbetreiber Metronom berichtete am Montag von umfangreichen Verkehrseinschränkungen. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn zwischen Berlin und Stralsund sowie Berlin und Rostock wurde komplett eingestellt. Grund sind Weichenstörungen, vereiste Oberleitungen sowie Schneeverwehungen zwischen Berlin und der Ostsee. Verspätungen und Zugausfälle gab es laut der Bahn zudem bei den ICEs und ICs im Rhein-Main-Gebiet, im Raum Stuttgart, im Raum Ulm sowie auf den Strecken Berlin–Hamburg und Hannover–Hamburg. Die aktuelle Witterung mit Schnee und Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt führe zu teils starker Eisbildung an Fahrzeugen und Infrastruktur, teilte die Bahn mit. Die Eisablagerungen an Fahrzeugen können sich demnach im Bereich der Weichen lösen und dort in bewegliche Teile fallen. Weichenheizungen könnten diese Eisbrocken nur langsam lösen, weshalb diese manuell entfernt werden müssten. Auch Schneeverwehungen sorgten für blockierte Weichen. Hunderte Beschäftigte seien im Dauereinsatz, um die Weichen von Schnee und Eis zu befreien und die Auswirkungen auf den Zugverkehr so gering wie möglich zu halten.