|
27.05.2026
01:20 Uhr
|
Die israelische Armee hat den neuen Hamas-Chef attackiert. Medien zufolge soll er tot sein. Bei einem Angriff auf ein Flüchtlingslager soll es fünf Tote gegeben haben.

Nach der Tötung des militärischen Führers der Hamas im Gazastreifen hat Israel nach eigenen Angaben nun auch dessen Nachfolger Mohammed Odeh angegriffen. In einer gemeinsamen Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hieß es, Odeh sei einer der Drahtzieher des Terrorüberfalls vom 7. Oktober 2023. »Odeh war für die Ermordung, Entführung und Verwundung zahlreicher israelischer Bürger verantwortlich.« Der Angriff habe sich im Gazastreifen ereignet. Weitere Details nannten sie nicht. Ob Odeh bei dem Angriff getötet wurde, ist unklar. Israelische Medien berichteten, der neue Hamas-Chef sei getötet worden. Es gibt dafür jedoch keine offizielle Bestätigung aus Israel oder von der Hamas. Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, dass bei einem israelischen Angriff auf ein Haus in Gaza-Stadt eine Frau getötet worden sei. Zudem habe es mehrere Verletzte gegeben. Es ist derzeit unklar, ob es sich bei dem Luftschlag um den Angriff auf Odeh handelte. Israel hatte vor rund anderthalb Wochen den Tod von Hamas-Militärchef Iss al-Din al-Haddad bei einem israelischen Luftangriff bestätigt . Der israelische Verteidigungsminister bezeichnete ihn damals auch als einen der Drahtzieher des Hamas-Massakers. Laut der israelischen Armee soll Odeh kurz nach Al-Haddads Tod die Führung des militärischen Flügels der Hamas im Gazastreifen übernommen haben. Die Hamas bestätigte das allerdings nicht offiziell. Israel werde weiterhin alle Beteiligten des Hamas-Terrorüberfalls verfolgen, drohten nun Netanjahu und Katz. Weitere Luftangriffe im Gazastreifen Aus dem Gazastreifen wurden zudem weitere israelische Angriffe trotz eigentlich geltender Waffenruhe gemeldet. Nach palästinensischen Angaben starben dabei mindestens sieben Menschen. Fünf seien bei einem Angriff auf eine »Gruppe Zivilisten« im Flüchtlingslager Al-Maghasi getötet worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Zivilschutzbehörde mit. Zudem seien mehrere weitere Menschen verletzt worden. Das Al-Aksa-Krankenhaus bestätigte die Zahl der Toten . Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass eine Gruppe bewaffneter Männer am Dienstagmorgen in das Flüchtlingslager eingedrungen sei. Daraufhin hätten Bewohner die Männer angegriffen. Die Bewohner seien dann von einer israelischen Drohne beschossen worden. Die bewaffneten Männer seien in ein Gebiet unter israelischer Kontrolle geflohen. Bereits mehrfach war über Auseinandersetzungen zwischen Einwohnern und angeblich von Israel unterstützten Anti-Hamas-Milizen berichtet worden. Außerdem berichtete das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis von zwei Leichen, die nach einem Luftangriff auf ein Fahrzeug eingeliefert worden seien. Ein israelischer Militärsprecher bestätigte einen Luftangriff in Chan Junis »auf Hamas-Terroristen«. Die Hamas hatte mit ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine Waffenruhe in Kraft. Seitdem werfen sich beide Seiten immer wieder Verstöße gegen das Abkommen vor.