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01.02.2026
15:28 Uhr
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In deutschen Gasspeichern sind die Füllstände auf 35 Prozent gesunken. Laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist das aber kein Grund zur Beunruhigung.

Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sind die relativ niedrigen Füllstände in deutschen Gasspeichern kein Grund zur Beunruhigung. Man beobachte die Lage täglich, sagte die Ministerin am Rande einer Saudi-Arabien-Reise : "Sorgen sind nicht angebracht." Die Versorgung sei abgesichert durch Möglichkeiten zum Import von Flüssiggas, sagte Reiche. Sie sei überzeugt, dass das Land gut durch den Winter komme. In den deutschen Gasspeichern ist momentan deutlich weniger Erdgas als in den Vorjahren. Der gesamte Füllstand lag Ende Januar nur noch bei 35 Prozent. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, widersprach der CDU-Politikerin Reiche: "Die Bundesregierung hat schlecht vorgesorgt, obwohl die kritische Lage schon lange von vielen Seiten vorhergesagt wurde. Die Füllstände fallen rapide, die Preise steigen, und die Situation kann schnell akut für die Menschen in Deutschland werden." Es sei jetzt nötig, Gas zu sparen, forderte Kellner. Das Bundeswirtschaftsministerium hielt dagegen: "Die Gasversorgung ist sichergestellt." Anders als in den Vorjahren stünden nämlich auch schwimmende Flüssiggasterminals für die Versorgung zur Verfügung, sagte eine Sprecherin. "Die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa ermöglicht neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland." Das meiste Erdgas komme mit etwa 45 Prozent aus Norwegen, sagt Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur. Außerdem gebe es große Kontingente, "die wir aus Holland und Belgien über deren Flüssiggasterminals bekommen". Die Füllstände der Erdgasspeicher seien weiterhin wichtig, aber nicht mehr der allein entscheidende Indikator. Auch die vier deutschen Terminals an Nord- und Ostsee spielten eine wichtige Rolle: "Sie geben Deutschland noch mal ein zusätzliches Maß an Sicherheit." Müller zufolge sind die Terminals aktuell nicht ausgelastet. "Die Versorgung ist auf Kante genäht" Wie sich die Füllstände der Gasspeicher im Februar und März entwickeln werden, hängt von den Temperaturen ab. Der Branchenverband Ines (Initiative Energien Speichern) geht davon aus, dass bei normalen Temperaturen die Füllstände um weitere rund 20 Prozentpunkte zurückgehen. "Sollten wir bei unter 14 Prozent Speicherfüllstand Ende März stehen, könnte das der niedrigste Speicherfüllstand sein, der jemals für Deutschland aufgezeichnet worden ist", sagt Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. Zwar reichten die aktuellen Speichermengen bei normalen Temperaturen zusammen mit den anderen Quellen zur Gasversorgung aus, so Heinermann: "Es sollte uns aber nachdenklich machen, dass wir trotz eines vergleichsweise normalen Winters und ohne technische Ausfälle von Gasinfrastrukturen am Ende mit derart leeren Gasspeichern dastehen. Die Versorgung ist auf Kante genäht, und das ist eigentlich zu wenig." Eine 2027 auslaufende Verordnung schreibt vor, dass die meisten Speicher in Deutschland am 1. November zu mindestens 80 Prozent und am 1. Februar zu mindestens 30 Prozent gefüllt sein müssen.