Zeit 25.02.2026
07:01 Uhr

Ganztagsbetreuung: Rund 150.000 Hortplätze für Grundschüler fehlen im Westen


Vor allem in Bayern und NRW gibt es laut einer Erhebung nicht genug Ganztagsplätze für Grundschüler. Ab Herbst gilt dabei für Erstklässler ein Rechtsanspruch darauf.

Ganztagsbetreuung: Rund 150.000 Hortplätze für Grundschüler fehlen im Westen
Bis 2029 fehlen in Deutschland 149.700 Hortplätze zur Betreuung von Grundschülern. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach fehlen diese Plätze vor allem in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die Zahlen basieren auf den 2024 von Eltern geäußerten Betreuungswünschen. In Ostdeutschland und Hamburg können die Betreuungswünsche laut IW voraussichtlich ohne weiteren Ausbau erfüllt werden. Höhere Betreuungsquoten in Ostdeutschland Hintergrund der Studie ist der 2021 beschlossene bundesweite Rechtsanspruch auf mindestens acht Stunden Betreuung für Schülerinnen und Schüler in den ersten vier Schuljahren. Ab dem kommenden Schuljahr gilt dieser zunächst für Erstklässler und wird bis zum Schuljahr 2029/30 schrittweise ausgebaut. Die Wünsche von Eltern an die Ganztagsbetreuung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In Bayern gaben Eltern 2024 vergleichsweise wenig Betreuungsbedarf an, nämlich nur für 43 Prozent der Kinder. In Ländern mit ausreichendem Angebot wie Sachsen, Thüringen oder Brandenburg waren 2024 84 bis 88 Prozent der Grundschulkinder in der Hortbetreuung. Geht man davon aus, dass grundsätzlich drei von vier Kindern die Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen , wäre die Anzahl an fehlenden Plätzen mit knapp 571.000 deutlich höher. Ganztagsbetreuung als Entwicklungs- und Teilhabechance Der Studie zufolge sollen Länder mit niedrigen Quoten prüfen, ob die Angebote und vor allem die Elternbeiträge für Familien attraktiv sind oder die Inanspruchnahme hemmen. "Letzterem sollte unbedingt entgegengewirkt werden, da die Ganztagsbetreuung nicht nur der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dient, sondern auch Entwicklungs- und Teilhabechancen für die Kinder schafft", heißt es in der Studie. Auch eine Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung unter mehr als 1.300 Schulleitungen aus dem Januar ergab Mängel beim Ausbau der Ganztagsbetreuung. Jede vierte Schulleitung befürchtet demnach, dass der Rechtsanspruch nicht voll umgesetzt werden kann.