Zeit 22.11.2025
14:08 Uhr

G20-Gipfel in Südafrika: Merz ruft Russland zum Stopp des Krieges gegen die Ukraine auf


"Nun muss Russland endlich diese Aggression beenden", sagte Merz in Johannesburg. In ihrer Gipfelerklärung fordern die Teilnehmer einen gerechten und dauerhaften Frieden.

G20-Gipfel in Südafrika: Merz ruft Russland zum Stopp des Krieges gegen die Ukraine auf
In seiner Rede auf dem G20-Gipfel in Südafrika hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Russland dazu aufgerufen, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. "Russland hat einen illegalen Angriffskrieg entfesselt", sagte der Kanzler in Johannesburg. "Nun muss Russland endlich diese Aggression beenden, die schreckliches menschliches Leid nach Europa gebracht hat." Merz ging dabei nicht konkret auf den 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump ein, der umfangreiche Zugeständnisse der Ukraine vorsieht. "Alle Mitglieder der G20 müssen nun ihrer Verantwortung gerecht werden, nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse", sagte Merz weiter. "Wer Teil der G20 ist, trägt auch Verantwortung. Dieses Bündnis wurde in einer Krisenphase gegründet. Es hat sich als effektiv erwiesen." Merz sprach sich außerdem dafür aus, dass die G20-Staaten Wachstum anregen, Bürokratie abbauen und sich für ein "faires und regelbasiertes Handelssystem" und eine Stärkung des WTO-Systems einsetzen sollten. "Wir sollten alle auf den Pfad zurückkehren, der Kooperation zum Vorteil aller ermöglicht", sagte er. Deutschland wisse um seine Verantwortung in der Kooperation mit den Staaten des Globalen Südens. Merz traf sich zu Gesprächen mit Macron und Starmer Der G20-Gipfel steht im Zeichen des zuletzt öffentlich gewordenen US-Plans für die Beendigung des Krieges in der Ukraine. Vertreter von USA und Russland hatten diesen ohne die Beteiligung der ukrainischen Regierung und der europäischen Partner ausgehandelt. Am Rande des Treffens in Johannesburg wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs wohl auch über Alternativvorschläge beraten. Merz (CDU) traf sich dafür bereits am Samstag mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer. Die Unterstützung der Teilnehmer für die Ukraine zeigte sich auch in der Gipfelerklärung. Gemäß den Prinzipien der UN-Charta setzten sie sich für einen "gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden" im Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, den besetzten Palästinensergebieten und der Ukraine ein, heißt es darin. Weiter wird darin etwa der Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Klimaschutz und der Abbau der Verschuldung armer Länder gefordert. Erster G20-Gipfel auf afrikanischem Kontinent Das Treffen in Südafrika ist der erste G20-Gipfel auf dem afrikanischen Kontinent . Der Gruppe der G20 gehören 19 Staaten, die Europäische und die Afrikanische Union an. Als Gastgeber setzte Südafrika die Themenschwerpunkte "Solidarität, Gleichheit und Nachhaltigkeit". Zum Auftakt des G20-Gipfels in Südafrika warb Präsident Cyril Ramaphosa für mehr Zusammenarbeit bei der Lösung globaler Probleme. Dazu gehörten eskalierende geopolitische Spannungen, die globale Erderwärmung, Energiesicherheit und bewaffnete Konflikte, sagte Ramaphosa in seiner Eröffnungsrede. "Multilateralismus kann und wird Ergebnisse liefern." Ramaphosa kritisierte zudem die Kluft zwischen reichen und armen Ländern als eines der größten Hindernisse für nachhaltiges Wachstum. Diese Ungleichheit sei "ungerecht und untragbar". Überschattet wird der Gipfel allerdings von der Weigerung der USA , an dem Treffen teilzunehmen. US-Präsident Donald Trump hatte Südafrika vorgeworfen, Weiße zu diskriminieren, ohne Belege vorzulegen. In Südafrika galt bis in die 1990er Jahre eine diskriminierende Politik gegenüber der Schwarzen Mehrheitsbevölkerung, die noch heute zu schlechteren Lebensbedingungen für diese führt. Auch China , Mexiko, Saudi-Arabien und Argentinien sind bei dem Treffen nicht mit ihren höchsten Repräsentanten vertreten.