Zeit 24.02.2026
11:08 Uhr

Fußball-WM in den USA, Mexico und Kanada : DFB-Vertreter wollen politische Diskussionen aus WM raushalten


DFB-Chef Andreas Rettig will politische Debatten während der Fußball-WM von der deutschen Mannschaft fernhalten. Rudi Völler lehnt einen Boykott der Spiele in den USA ab.

Fußball-WM in den USA, Mexico und Kanada : DFB-Vertreter wollen politische Diskussionen aus WM raushalten
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat sich dafür ausgesprochen, politische Diskussionen bei der Fußball-WM im Sommer möglichst von der deutschen Nationalmannschaft fernzuhalten. "Aber gerade mit den negativen, in Katar gemachten Erfahrungen ist klar: Du darfst solche Diskussionen nicht in die Kabine lassen", sagte Rettig gegenüber der Augsburger Allgemeinen . "Das Thema darf uns keine Kraft und Energie kosten." Dennoch dürfe "jeder seine Meinung sagen", es gebe "keine Maulkörbe", sagte Rettig. "Aber bei einer Gruppe von 26 jungen Männern gibt es auch nicht die eine Meinung." Man habe bereits mit Kapitän Joshua Kimmich gesprochen und gesagt: "Wer sich äußern will, macht das; wer nicht, auch ok." Bei der WM in Katar 2022 hatte es unter anderem große Debatten um die Regenbogen-Kapitänsbinde gegeben. Auch Sicherheitslage in Mexiko bereitet Rettig Sorgen Auch die derzeitige Situation in Mexiko besorgt den Geschäftsführer des DFB. Auf die Frage, ob er Vorfreude auf das Turnier verspüre, antwortete Rettig: "Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht." Rund drei Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft hatten mutmaßliche Bandenmitglieder nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes durch die Armee in weiten Teilen des Landes eine Welle der Gewalt ausgelöst . In 20 der 32 Bundesstaaten kam es am Sonntag zu Ausschreitungen, am Montag blieben teilweise Schulen und Gerichte geschlossen. "Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt", sagte Rettig, "meine Gedanken sind bei allen Mexikanerinnen und Mexikanern, die unter den Unruhen leiden." FIFA beobachtet die Lage in Mexiko Auch der Fußball-Weltverband FIFA hofft derweil auf eine Beruhigung der Lage im Land des Co-Gastgebers. "Bei der FIFA in Mexiko beobachten wir die Lage in Jalisco sehr genau und stehen in ständigem Austausch mit den Behörden", teilte der Weltverband mit Blick auf den besonders betroffenen Bundesstaat mit dem WM-Spielort Guadalajara mit. "Wir werden den Maßnahmen und Anweisungen der verschiedenen Regierungsstellen weiterhin folgen, die darauf abzielen, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Normalität wiederherzustellen – und wir bekräftigen unsere enge Zusammenarbeit mit den Behörden auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene", hieß es vonseiten der FIFA weiter. DFB-Sportdirektor Völler hält Boykott für sinnlos Ähnlich wie Rettig hatte sich zuvor auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler geäußert. "Wir sind vor Ort, um Fußball zu spielen", sagte Völler bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin über das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada . "Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel", sagte Völler, der 1990 selbst Weltmeister geworden war. Zur Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-WM in den USA sagte Völler: "Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten."