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22.12.2025
10:47 Uhr
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Neuseeland und Indien vertiefen mit einem Abkommen ihre Beziehungen. Für Neuseeland fallen Zölle auf viele Exporte weg, für Inder wird die Einreise vereinfacht.

Neuseeland und Indien haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Die Vereinbarung soll demnach bestehende Zölle auf 95 Prozent der neuseeländischen Exporte aufheben. Das werde "tausende Arbeitsplätze und zusätzliche Exporte in Milliardenhöhe schaffen", sagte Neuseelands Handelsminister Todd McClay mit. McClay nannte das Abkommen "einmalig". Neuseeländische Unternehmen würden einen nie dagewesenen Zugang zu Indiens 1,4 Milliarden potenziellen Konsumentinnen eröffnet. Der Vertrag tritt in der ersten Hälfte des kommenden Jahres in Kraft. "Neuseeland ist das erste Land, das im Rahmen eines Freihandelsabkommens Zugang nach Indien für Äpfel und Honig bekommen hat", sagte McClay. Das Büro von Indiens Premierminister Narendra Modi teilte ebenfalls mit, dass dieser und sein neuseeländischer Kollege Christopher Luxon sich geeinigt hätten. Die Verbindungen zwischen den beiden Ländern würden dadurch verbessert. Das Freihandelsabkommen sei ein "Katalysator für mehr Handel, Investitionen, Innovationen" und werde für "gemeinsame Chancen" sorgen. Das indische Handelsministerium teilte mit, die neuseeländische Regierung habe als Teil der Vereinbarung Investitionen im Umfang von 20 Milliarden Dollar über einen 15-Jahres-Zeitraum zugesagt. Jährlich 1.667 temporäre Arbeitsvisa Das Freihandelsabkommen soll zudem garantieren, dass die Einreise aus Indien nach Neuseeland vereinfacht wird. Zudem sollen jährlich 1.667 temporäre Arbeitsvisa in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Ingenieurswesen und Gesundheitsdiensten vergeben werden. Zusätzlich ermöglicht es indischen Studierenden, bis zu 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Der Juniorpartner der neuseeländischen Regierung, die Partei New Zealand First (Neuseeland zuerst), kritisierte das Freihandelsabkommen. "Bedauerlicherweise ist das ein schlechter Deal für Neuseeland", sagte Neuseelands Außenminister und Chef von New Zealand First, Winston Peters. Das Abkommen "gibt zu viel preis, besonders bei der Einwanderung, und bringt den Neuseeländern nicht genug Vorteile, unter anderem bei Milchprodukten".