|
14.02.2026
04:34 Uhr
|
Rückrufe von mutmaßlich giftigen Babymilchprodukten haben Eltern in mehreren europäischen Ländern verunsichert. Jetzt ermittelt in Frankreich die Staatsanwaltschaft.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat im Skandal um mutmaßlich giftige Babymilchprodukte Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben der Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau geht es in dem Verfahren um Produkte der Firmen Nestlé, Lactalis, Danone, Babybio und La Marque en moins. Ermittelt werde insbesondere wegen Gefährdung Dritter, sagte Beccuau. Wegen der "Vielzahl an Klagen" sowie der komplexen Bewertung "regulatorischer und gesundheitlicher Aspekte" habe sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ihr zufolge haben acht Familien und die Organisation Foodwatch geklagt. Zudem sind die französische Zentralstelle zur Bekämpfung von Umwelt- und Gesundheitsverstößen (Oclaesp) und die Tier- und Pflanzenschutzermittlungseinheit BNEVP beteiligt. Weltweit haben Hersteller in den vergangenen Wochen Babynahrung wegen einer möglichen Belastung mit dem Bakteriengift Cereulid zurückgerufen, auch in Deutschland. Das Toxin führt innerhalb weniger Stunden zu Erbrechen und Durchfall, in seltenen Fällen kann es lebensbedrohliches Organversagen verursachen. Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Die französische Justiz hatte nach dem Tod von drei Säuglingen Ermittlungen aufgenommen . 15 weitere Säuglinge, die von den Rückrufaktionen betroffene Flaschenmilch getrunken hatten, wurden im Krankenhaus behandelt. Ob ein Kausalzusammenhang zwischen der Babynahrung und den Symptomen der Säuglinge besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.