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19.02.2026
14:14 Uhr
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In Lyon wollen Unterstützer des getöteten Rechtsextremen auf die Straße gehen. Präsident Emmanuel Macron warnt vor Gewalt, der Bürgermeister will die Proteste verbieten.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Rechtsextremisten in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron vor einer "Spirale der Gewalt" gewarnt. Macron zeigte sich besorgt und rief zur Ruhe auf, wie es aus seinem Umfeld hieß. Der Bürgermeister von Lyon, Grégory Doucet, forderte, für Samstag geplante Proteste zu verbieten. Er verwies auf das Risiko neuer Gewaltausbrüche. In Lyon kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen. Vor einer Woche war Quentin Deranque, ein 23-jähriger Student und Angehöriger der identitären Bewegung Némésis, am Rande von Protesten gegen einen Auftritt der linken Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon zusammengeschlagen worden. Daraufhin fiel er ins Koma und starb am Samstag in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Mitarbeiter von linkem Abgeordneten festgenommen Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge wurden elf Tatverdächtige in dem Fall festgenommen. Gegen sieben wird wegen Totschlags ermittelt. Die übrigen vier stehen im Verdacht, den Tätern auf der Flucht geholfen zu haben. Am Donnerstagnachmittag sollen sie einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Unter den Festgenommenen sind auch Mitarbeiter des Abgeordneten der linken Partei La France Insoumise (LFI), Raphaël Arnault. Einer der Mitarbeiter räumte seine Beteiligung an den Zusammenstößen in Lyon ein, bestritt aber, für die tödlichen Fußtritte verantwortlich zu sein. Berichten zufolge sind noch ein weiterer Mitarbeiter und ein früherer Praktikant Arnaults unter den Festgenommenen. Es soll auch Verbindungen zur antifaschistischen Jungen Garde geben, die im vergangenen Sommer verboten wurde und zu deren Mitgründern Arnault gehört. Linke unter Druck Die LFI gerät durch die Entwicklung verstärkt unter Druck. In der Pariser Nationalversammlung machten einige Minister von Präsident Emmanuel Macron, Konservative und Rechtsextreme die Partei LFI für den Tod verantwortlich. "Sie sollten verurteilt werden", forderte Justizminister Gérald Darmanin. Premierminister Sébastien Lecornu forderte die Partei auf, "in ihren Reihen und ihrer Ideologie aufzuräumen". Der rechte Rassemblement National forderte Arnaults Rücktritt. LFI-Koordinator Manuel Bompard wies die Forderungen zurück: Dies komme nicht infrage, sagte er dem Sender France Info. "Warum sollte ein Arbeitgeber für die Taten seiner Angestellten verantwortlich sein." Mathilde Panot, Fraktionschefin der Insoumis, hatte zuvor betont, ihre Partei lehne jede Form von Gewalt ab. "Kein Insoumis war in irgendeiner Form an der schrecklichen Tat beteiligt", sagte sie. "Hören Sie auf, den Vorfall zu missbrauchen, um uns zu diffamieren." Am Mittwoch gab es in der LFI-Parteizentrale einen Bombenalarm. "Der nationale Sitz der Partei La France Insoumise wurde aufgrund einer Bombendrohung evakuiert", teilte Bompard mit. Die Polizei gab nach einer Überprüfung aber Entwarnung.