Zeit 26.02.2026
17:18 Uhr

Frankreich: Iranerin wegen angeblicher Verherrlichung von Terrorakten verurteilt


Eine Iranerin soll wegen zustimmender Onlinekommentare zu Terrorangriffen aus Frankreich abgeschoben werden. Möglich ist ein Austausch gegen zwei Gefangene im Iran.

Frankreich: Iranerin wegen angeblicher Verherrlichung von Terrorakten verurteilt
Wegen der Verherrlichung von Terrorakten ist eine in Frankreich lebende Iranerin zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Das zuständige Gericht in Paris verhängte am Donnerstag zudem drei Jahre auf Bewährung und ein dauerhaftes Aufenthaltsverbot gegen Mahdieh E. Der Anwalt der 39-Jährigen kündigte nach dem Urteil Berufung an. Die Iranerin, die seit 2018 in Frankreich lebt, war im vergangenen Jahr festgenommen worden. Sie stand wegen mehrerer antisemitischer Nachrichten in den sozialen Netzwerken aus den Jahren 2023 und 2024 vor Gericht. Diese sollen laut der Anklage im Zusammenhang mit zustimmenden Kommentaren zum Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 gestanden haben. E. bestreitet die Vorwürfe. Iranerin könnte gegen zwei Franzosen ausgetauscht werden Es wird erwartet, dass E. im Anschluss an das Verfahren gegen zwei seit mehr als dreieinhalb Jahren im Iran festgehaltene Franzosen ausgetauscht wird. Die iranischen Behörden hatten bereits vor Prozessbeginn Interesse signalisiert, die iranische Staatsbürgerin gegen die beiden französischen Staatsbürger Cécile Kohler und Jacques Paris auszutauschen, die in Teheran festgehalten werden. Kohler und Paris waren im Mai 2022 während einer Reise in den Iran wegen Spionagevorwürfen festgenommen worden. Anfang November kamen sie nach dreieinhalb Jahren Haft unter Auflagen frei und halten sich seither in der französischen Botschaft in Teheran auf. Beide Franzosen waren zu langen Haftstrafen verurteilt worden – Kohler zu 20 Jahren, Paris zu 17 Jahren. Der Vorfall hatte die Beziehung zwischen Frankreich und dem Iran schwer belastet. Die französische Regierung spricht von "Staatsgeiseln" und wirft dem Iran vor, die beiden als Druckmittel in Verhandlungen zu nutzen.