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20.02.2026
12:47 Uhr
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Nach dem gewaltsamen Tod eines Ultrarechten in Lyon wurde ein Trauermarsch angekündigt. Trotz befürchteter Gewalt genehmigte Frankreichs Innenminister die Demonstration.

In Lyon soll ein Trauermarsch für den getöteten ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque am Samstag nicht verboten werden. Der französische Innenminister Laurent Nuñez sagte dem Fernsehsender RTL: "Ich kann eine Demonstration nur verbieten, wenn es erhebliche Risiken für die öffentliche Ordnung gibt und diese nicht einzudämmen sind". Er wolle die Meinungsfreiheit nicht einschränken, die Demonstration solle aber stark abgesichert sein. Der grüne Bürgermeister von Lyon, Grégory Doucet, sowie die linkspopulistische Partei La France insoumise (LFI) forderten ein Verbot der Veranstaltung wegen des Gewaltrisikos . Der Parteichef des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, rief die Parteimitglieder dazu auf, sich nicht an dem Trauermarsch zu beteiligen. Sieben Verdächtige in Untersuchungshaft Die Sprecherin einer Anti-Abtreibungs-Bewegung hatte zu dem Trauermarsch aufgerufen. Der 23-jährige Deranque starb vergangene Woche nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen. Konservative und rechte Politiker gehen davon aus, dass ein linksradikaler Schlägertrupp mit Verbindungen zur Partei LFI den Mann am Rande einer rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan erschlagen hat. Am Donnerstag nahm die französische Justiz Ermittlungen gegen sechs Männer wegen vorsätzlicher Tötung und gegen einen Mann wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung auf. Die sieben Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren befinden sich aktuell in Untersuchungshaft. Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatten mehrere von ihnen Verbindungen zu linksextremen Gruppen.