Zeit 05.01.2026
13:14 Uhr

Frankreich: Angeklagte wegen Cybermobbings gegen Brigitte Macron verurteilt


Sechs Monate Haft auf Bewährung und ein Kurs zur Sensibilisierung im Umgang: Zehn Angeklagte sind in Paris wegen Mobbings gegen Frankreichs First Lady verurteilt worden.

Frankreich: Angeklagte wegen Cybermobbings gegen Brigitte Macron verurteilt
Die französische Justiz hat zehn Personen wegen Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron verurteilt, die meisten auf Bewährung. Von den acht Männern und zwei Frauen erhielten acht Angeklagte Freiheitsstrafen zwischen vier und acht Monaten auf Bewährung. Das Gericht begründete dies mit deren "Absicht, der Klägerin zu schaden" über "böswillige, erniedrigende und beleidigende Äußerungen" zu deren "angeblicher Pädokriminalität". Ein Angeklagter erhielt vom Gericht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung, weil er nicht zur Verhandlung erschien. Alle müssen zudem einen Kurs zum Respekt anderer Menschen im Internet absolvieren, einige erhielten eine befristete Onlinesperre für die Nutzung der sozialen Medien, die sie für das Cybermobbing genutzt haben. Den Angeklagten wurden zahlreiche böswillige Äußerungen über das Geschlecht der Präsidentengattin sowie über den Altersunterschied zu Emmanuel Macron vorgeworfen. Sie hatten die seit Längerem im Umlauf befindliche Verschwörungserzählung befeuert, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden, eigentlich ihr Bruder und nun eine trans Frau . Zudem stellten sie die Präsidentengattin als Pädophile dar, die Emmanuel Macron als Kind verführt habe. Diese Verschwörungserzählungen verbreiteten sie über verschiedene Kanäle. Verschwörungserzähler und Influencer angeklagt Zu den Angeklagten im Alter von 41 bis 60 Jahren gehört ein in Frankreich bekannter Verschwörungserzähler. Angeklagt ist zudem eine Frau, die sich als Medium ausgibt und deren X-Konto inzwischen gesperrt wurde. Sie soll maßgeblich an der Verbreitung des Gerüchts beteiligt gewesen sein . Andere sind eher Unbekannte. Brigitte Macron hatte an der zweitägigen Verhandlung im Oktober nicht teilgenommen. In einem Interview sagte sie dem Fernsehsender TF1 am Sonntag, sie habe die Klage eingereicht, um im Kampf gegen Belästigung ein Exempel zu statuieren. Sie nimmt sich als First Lady des Kampfs gegen Mobbing und Cybermobbing an. Die Macrons haben in den USA eine weitere Verleumdungsklage gegen die konservative Influencerin Candace Owens eingereicht, die ebenfalls die genannten Behauptungen verbreitet. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, müssten die Macrons daran wohl teilnehmen. Das Ehepaar Macron ist seit 2007 verheiratet und hat keine gemeinsamen Kinder. Brigitte Macron, 72 Jahre alt, ist Mutter von drei Kindern aus erster Ehe und mittlerweile Großmutter.