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11.02.2026
13:16 Uhr
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In der EU verkaufte Drohnen sollen künftig bereits ab 100 Gramm Gewicht registriert werden müssen. Anlass sind Drohnenvorfälle an Flughäfen und Militäreinrichtungen.

Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan für den Umgang mit Drohnen in Europa vorgestellt. Anlass sind Drohnenvorfälle an Flughäfen und Militäreinrichtungen, die im vergangenen Jahr in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, für Aufsehen sorgten. "Wir haben gesehen, dass alles als Waffe gegen uns genutzt werden kann", sagte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen bei der Präsentation. Künftig soll jede in der EU verkaufte Drohne einem Menschen zugeordnet werden können. Zu diesem Zweck will die Kommission das Mindestgewicht, ab dem private Drohnen registriert werden müssen, von 250 auf 100 Gramm senken. Damit reagiere die EU auf die technologische Entwicklung, durch die Drohnen immer kleiner und leichter würden, sagte ein EU-Beamter der Nachrichtenagentur dpa. Darüber hinaus plant die Kommission, bis Ende des Jahres gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine Übersicht über Flugverbotszonen zum Schutz kritischer Infrastruktur zu erstellen. Im kommenden Jahr sollen dann technische Voraussetzungen für sogenanntes Geofencing geschaffen werden. Damit sind virtuelle Karten gemeint, die in Drohnen hochgeladen werden können, um versehentliche Einflüge in geschützte Bereiche zu verhindern. Europäische Drohnenindustrie soll gefördert werden Um verdächtige Flüge besser aufspüren zu können, setzt die Kommission auf die Zusammenarbeit mit privaten Telekommunikationsunternehmen und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Zudem schlägt sie jährliche EU-weite Tests zur Drohnenabwehr sowie die Einrichtung "schneller Notfallteams" vor, die betroffenen Ländern im Ernstfall helfen könnten. Neben der Gefahrenabwehr will die EU-Kommission auch die europäische Drohnenindustrie fördern und entsprechende Investitionen anstoßen. Konkrete Zahlen oder ein klarer Finanzierungsplan fehlen in dem Papier jedoch. Auch zur Umsetzung der Maßnahmen bleibt der Aktionsplan vage. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa räumten EU-Beamte ein, dass strengere Kontrollen Menschen mit schädlichen Absichten kaum aufhalten dürften. Die neuen Regeln würden den Behörden aber helfen, legitime Drohnenflüge schneller zu identifizieren und damit verdächtige Aktivitäten leichter herauszufiltern. Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) insgesamt 225 Behinderungen durch Drohnen registriert. 2024 waren es noch 161 Vorfälle gewesen. Allerdings sind die Einheiten der Bundespolizei seit 2025 mit Detektionssystemen ausgestattet. Laut DFS könnte der deutliche Anstieg auch auf diese technologische Verbesserung zurückzuführen sein. Um unerlaubt fliegende Drohnen künftig besser zu erkennen und unschädlich machen zu können, haben Bund und Länder Ende des vergangenen Jahres ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin eingeweiht . Zuvor hatten sich Bund und Länder bei der Innenministerkonferenz darauf geeinigt, dass die Polizei die Abwehr größerer militärischer Drohnen nicht bewältigen kann. Dies sei grundsätzlich ein Fall für die Bundeswehr. Um deren Einsatz gegen solche Bedrohungen im Inland rechtlich abzusichern, hatte die Bundesregierung eine Reform des Luftsicherheitsgesetzes beschlossen, das sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet.