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07.02.2026
09:20 Uhr
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Donald Trump könnte Deutschland kein Flüssigerdgas mehr liefern, sagt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Sie rät dazu, mehr Erdgas aus Katar und Norwegen zu beziehen.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt vor einer zu großen Abhängigkeit Deutschlands von Flüssigerdgas aus den USA. "Ich würde nicht ausschließen, dass Donald Trump uns irgendwann androht, den Gashahn zuzudrehen, wenn er Zugeständnisse von uns will", sagte sie der Funke Mediengruppe. Schnitzer plädierte daher für eine Gasreserve und die Diversifizierung der Lieferanten. Als Alternativen nannte die Ökonomin vor allem Katar, einige afrikanische Produzenten sowie Norwegen . Neben dem skandinavischen Land gehören die Niederlande und Belgien zu den wichtigsten Lieferländern Deutschlands. Füllstand auf 35 Prozent gesunken Die Bundesnetzagentur sieht die Gasversorgung in Deutschland trotz zu Jahresbeginn deutlich geringerer Vorräte in den Speichern aktuell als gesichert an. Die Behörde teilte im Jahresrückblick für 2025 mit, der aktuelle Füllstand sei vor dem Hintergrund veränderter Importmöglichkeiten und neuer Absicherungsstrategien der Händler "in einem angemessenen Rahmen". In den deutschen Gasspeichern ist nach dem kalten Jahresbeginn allerdings deutlich weniger Erdgas als in den Vorjahren. Der gesamte Füllstand lag Ende Januar nur noch bei 35 Prozent . Sollte es bis in den März oder April hinein sehr kalt bleiben, könnte das Gas knapp werden. In diesem Fall müsse die Bundesregierung womöglich "die Leute auffordern, zurückhaltender zu heizen", sagte Schnitzer. Fast alle EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten Ende Januar einem vollständigen Importstopp von Gas aus Russland endgültig zugestimmt. Die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines soll schrittweise verringert und spätestens zum 1. November 2027 komplett eingestellt werden.