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05.12.2025
13:25 Uhr
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Dieser Deal dürfte die Medienlandschaft stark verändern: Streamingriese Netflix übernimmt Warner Bros Discovery. Damit sticht Netflix unter anderem Paramount aus.

Der Unterhaltungskonzern Warner Bros Discovery gehört künftig zu Netflix. Das gab das Streaming-Unternehmen bekannt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass Netflix einen deutlich höheren Preis pro Aktie geboten hatte als Konkurrent Paramount. Warner Bros hatte die Bieter Ende November aufgefordert, verbesserte Angebote vorzulegen. Zu Warner Bros Discovery gehören neben den berühmten Filmstudios auch der Streamingdienst HBO und der Nachrichtensender CNN. Außerdem hält der Konzern unter anderem die Rechte an Harry Potter und Game of Thrones . Mit der Übernahme wird Netflix zu einem vertikal integrierten Medienkonzern und erhält Zugriff auf einen der wertvollsten Filmbestände Hollywoods. Zugleich ist Netflix damit weniger stark auf externe Filmstudios angewiesen. Paramount beklagt unfaire Behandlung Der Streaminganbieter baut seine Geschäfte derzeit über das klassische Abogeschäft hinaus aus und investiert dazu unter anderem in Videospiele und Live-Unterhaltung. Warner Bros hatte ursprünglich eine Aufspaltung angedacht: ein Unternehmen für Streaming sowie die Film- und Serienproduktion und eines für klassisches Fernsehen. Als dann im Oktober mehrere Übernahmeangebote eingingen, wurden die Pläne jedoch geändert. Noch ist unklar, wie der Deal mit Netflix genau aussehen wird. Der Streamingkonzern war erst später in das Bieterrennen eingestiegen. Zunächst hatte der Paramount-Konzern Interesse angemeldet, der vor Kurzem von der Familie des Milliardärs Larry Ellison aufgekauft wurde. Paramount wirft Warner Bros vor, Netflix in dem Verkaufsprozess zu bevorzugen. In einem Brief an Warner Bros forderten die Paramount-Anwälte laut einem Bericht das Unternehmen auf, ein unabhängiges Prüfkomitee einzusetzen. Warner antwortete zunächst nicht darauf. Kritik von Filmschaffenden, Kartellbehörden dürften prüfen "Der Gewinner wird Einfluss darauf haben, wie die größten Hollywood-Filme vertrieben werden und wie sich die Werbetreibenden darauf einstellen", erklärte Jeremy Goldman, Analyst bei Emarketer. Ein solches Geschäft dürfte allerdings auf eine strenge Prüfung der Kartellbehörden nicht nur in den USA treffen. Netflix ist der weltweit größte Streaminganbieter und verfügt bereits über große eigene Produktionskapazitäten für Filme und Serien. Führende Hollywood-Vertreter sehen eine Übernahme von Warner Bros kritisch, da sie befürchten, dass Netflix das Kinogeschäft künftiger Produktionen weitgehend einschränken würde. Der Star-Regisseur James Cameron sagte kürzlich im Podcast The Town , eine Übernahme von Warner Bros durch Netflix wäre "eine Katastrophe". Einem Bericht des Magazins Variety zufolge hatte sich zuvor eine Gruppe Filmschaffender an US-Abgeordnete gewandt und sie aufgerufen, sich öffentlich gegen den Zusammenschluss zu stellen. In der E-Mail habe sich die Gruppe als "besorgte Spielfilmproduzenten" bezeichnet. Die Namen seien weggelassen worden, aus Furcht vor Vergeltung.