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05.01.2026
16:31 Uhr
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Die Deutsche Umwelthilfe hat ihre Petition für ein Böllerverbot an das Bundesinnenministerium übergeben. Auch andere entsprechende Aufrufe erhielten viel Unterstützung.

Mehr als eine Million Menschen haben sich mit einer Petition für ein bundesweites Böllerverbot ausgesprochen. Das von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) initiierte Bündnis #böllerciao übergab die Petition mit 1.035.809 Unterschriften sowie einen offenen Brief an das Bundesinnenministerium, wie die Deutsche Umwelthilfe mitteilte. In dem Brief wird unter anderem eine sofortige Änderung der Sprengstoffverordnung durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gefordert, um ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot von privater Pyrotechnik an Silvester zu erreichen. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sagte: "Nach den Ereignissen und den vielen Toten und Verletzten zu diesem Silvesterfest steht Minister Dobrindt vor seinem persönlichen Debakel. Er hätte es in der Hand gehabt, viele der Todesfälle und der unzähligen verletzten Menschen und zerstörten Wohnungen und Häuser zu vermeiden." Bund und Länder konnten sich nicht auf Böllerverbot einigen Eine weitere Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für ein Böllerverbot wurde bis Montagmittag sogar von 3,25 Millionen Menschen unterstützt, ein später gestarteter Aufruf des Netzwerks Campact von 439.000 Menschen. Im Dezember waren sich die Innenminister von Bund und Ländern bei einem Treffen in Bremen nicht einig über ein Böllerverbot geworden. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk (bvpk) sprach sich erneut gegen weitere Einschränkungen des privaten Silvesterfeuerwerks aus. Geschäftsführer Christoph Kröpl sagte: "Wer Millionen friedlicher Feiernder pauschal bestraft, trifft die Falschen, spaltet die Gesellschaft und lenkt davon ab, worum es wirklich geht: illegales Feuerwerk, zweckentfremdete Pyrotechnik, oft unter starkem Alkoholeinfluss, und Eigenlaborate." Er verwies darauf, dass dies Straftaten seien. "Dafür gibt es Gesetze, sie müssen konsequent durchgesetzt werden", so Kröpl. Zum Jahreswechsel waren in Deutschland mindestens zwei Menschen durch Pyrotechnik gestorben und weitere verletzt worden. In Berlin hatte die Polizei 430 Menschen vorläufig festgenommen, wobei der Hauptgrund Verstöße gegen Sprengstoffvorschriften waren.