Zeit 19.02.2026
15:47 Uhr

F-35-Tarnkappenjets: Bundesregierung weist Berichte über weitere F-35-Bestellungen zurück


Das Verteidigungsministerium dementiert Berichte über eine mögliche Bestellung zusätzlicher US-Tarnkappenjets. Es gebe dazu "keine politische Entscheidung".

F-35-Tarnkappenjets: Bundesregierung weist Berichte über weitere F-35-Bestellungen zurück
Das Verteidigungsministerium hat Berichte über eine mögliche Bestellung zusätzlicher Tarnkappenjets des Typs F-35 zurückgewiesen. "Es gibt derzeit keine konkreten Planungen und keine politische Entscheidung für die Beschaffung weiterer F-35", sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Deutschland hat bislang 35 Maschinen des US-Herstellers Lockheed Martin bestellt. Die Jets sollen die veraltete Tornado-Flotte der Luftwaffe ablösen, mit der Deutschland Kapazitäten für den Einsatz von Atomwaffen bereithält. Das Konzept der nuklearen Teilhabe sieht vor, dass Nato-Verbündete im Verteidigungsfall Zugang zu US-Atomwaffen erhalten. Eine Aufstockung der F-35-Flotte wird vor allem für den Fall diskutiert, dass das gemeinsam mit Frankreich geplante Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS) scheitert. Zugleich bestehen sicherheitspolitische Bedenken hinsichtlich einer größeren Abhängigkeit von den USA. Merz nährt öffentlich Zweifel an FCAS Laut dem Magazin Stern hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Kabinett nach einem Gespräch mit Macron bereits Mitte Januar darüber informiert, dass es keinen gemeinsamen Kampfjet mehr geben werde. Das Handelsblatt berichtete ebenfalls von Überlegungen, die Pläne für den Kampfjet aufzugeben. Auch öffentlich äußerte der Bundeskanzler in dieser Woche Zweifel an dem Projekt: "Wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil. Und wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten", sagte Merz am Mittwoch . Entscheidung in diesem Monat erwartet Anders als Frankreich benötige Deutschland für die nächste Kampfjet-Generation kein atomwaffen- und flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Frankreich will laut Merz nur eine Maschine bauen, die auf diese Spezifikationen ausgerichtet ist. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron steht öffentlich weiter zu dem Projekt, schließt ein Scheitern aber nicht aus. "Angesichts der strategischen Herausforderungen für unser Europa wäre es unverständlich, wenn industrielle Differenzen nicht überwunden werden könnten", sagte Macron . Die Entscheidung über FCAS ist bereits zweimal verschoben worden . Nun soll sie bis Ende des Monats fallen. Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem Luftkampfsystem der Zukunft sollen neben Jets auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören. Es soll ab den 2040er-Jahren das Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung bilden. Bei der deutschen Luftwaffe soll es langfristig den Eurofighter Typhoon und bei den französischen Luftstreitkräften das Kampfflugzeug Rafale ablösen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten das Vorhaben bei einem deutsch-französischen Ministerrat 2017 auf den Weg gebracht. Zwei Jahre später gab Spanien seine Beteiligung bekannt. Belgien hat seit 2023 eine Art Beobachterstatus.