Zeit 25.02.2026
13:10 Uhr

Extremismus: Nordrhein-Westfalen meldet Verdopplung linksextremer Straftaten


In NRW sind 2025 mehr als 2.400 linksextremistische Straftaten verübt worden. Der Verfassungsschutz ordnet unter anderem Angriffe auf die Infrastruktur der Szene zu.

Extremismus: Nordrhein-Westfalen meldet Verdopplung linksextremer Straftaten
Im Jahr 2025 ist die Zahl linksextremistischer Straftaten in Nordrhein-Westfalen deutlich angestiegen. Aus dem vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz veröffentlichten Lagebild Linksextremismus geht hervor, dass es im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2.400 Fälle gab. 2024 waren noch 1.187 linksextremistische Straftaten verzeichnet worden. Damit hat sich die Zahl der Delikte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, wie das Landesinnenministerium mitteilte. Die Zahl der Gewaltdelikte stieg demnach von 86 auf 153, die der Sachbeschädigungen von 488 auf 1.190. Neben Gewalt- und Sachbeschädigungsdelikten gab es auch einen Anstieg bei gezielten Angriffen auf die kritische Infrastruktur. Dazu zählen etwa Sabotageakte an Bahnstrecken, Stromleitungen und Anlagen großer Unternehmen. Insgesamt wurden 2025 sechs Angriffe auf die Infrastruktur der Bahn registriert. Im Jahr zuvor waren es zwei gewesen. Szene wird laut Bericht vielfältiger Die linksextremistische Szene nutze soziale Medien , gemeinsame Aktionen und ein "Lifestyle-Image", um vor allem Jugendliche zu gewinnen, heißt es in dem Bericht. Die Szene reiche mittlerweile vom Linksextremismus in Parteien über kommunistische Kleingruppen bis hin zu autonomen Szenen und werde damit zunehmend vielfältiger. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU), der das Lagebild vorstellte, sagte: "Dieses Lagebild macht den Linksextremismus transparent, in Strukturen und Aktivitäten." Die Taten aus der Szene würden brutaler, professioneller und persönlicher, wobei Begleitschäden "im Namen eines vermeintlich höheren Ziels in Kauf genommen" würden.