Zeit 12.02.2026
10:03 Uhr

Export: Abhängigkeit deutscher Arbeitsplätze von China stark gesunken


Seit 2021 ist der Anteil des Chinageschäfts an der deutschen Wirtschaftsleistung um 40 Prozent gesunken. Ökonomen zufolge sank ebenso die Zahl davon abhängiger Jobs.

Export: Abhängigkeit deutscher Arbeitsplätze von China stark gesunken
Der starke Rückgang der deutschen Exporte nach China in den vergangenen Jahren hat auch die Zahl davon abhängiger Jobs stark reduziert. Das geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach waren im vergangenen Jahr knapp 700.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Endverbrauch in China abhängig. 2021 waren es nach IW-Angaben noch 1,1 Millionen Arbeitsplätze, der Rückgang liegt also bei etwa 40 Prozent. Damit bildet er auch den Einbruch der deutschen Exporte in die Volksrepublik ab: Diese sanken im selben Zeitraum um knapp 29 Prozent von 131,2 auf 93,3 Milliarden Euro. Einer von knapp 70 Arbeitsplätzen hängt von Chinaexporten ab Weil der Anteil der Exporte in alle Zielländer zusammengenommen an der deutschen Wirtschaftsleistung zwischen 2021 und 2025 insgesamt abgenommen hat – er sank von 42,5 auf 40,5 Prozent – fällt auch der Anteil der Exporte nach China am BIP niedriger aus: Er sank in dieser Zeit um 1,5 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent, was einem Rückgang um fast 42 Prozent entspricht. Laut der IW-Analyse war China auch auf dem Höhepunkt der Exporte 2021 kein zentraler Beschäftigungstreiber für Deutschland: Mit 1,1 Millionen davon abhängigen Erwerbstätigen waren nur 2,5 Prozent aller arbeitenden Menschen in Deutschland von Exporten nach China abhängig. Dieser Wert ist demnach auf inzwischen 1,5 Prozent gesunken. Damit ist nur einer von 67 Arbeitsplätzen vom Chinageschäft abhängig. Die Bundesregierung hatte im vergangenen November angekündigt , eine Kommission die wirtschaftlichen Beziehungen zu China überprüfen zu lassen. Unter anderem soll es darum gehen, das Außenwirtschaftsrecht in einem veränderten "handels- und geopolitischen Umfeld" zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auch die Verlässlichkeit von Wertschöpfungsketten und der deutschen Rohstoffimporte aus China solle neu bewertet werden. Institut ruft EU zu Schritten gegen Wettbewerbsverzerrung auf Das IW schloss sich den deutschen und europäischen Vorwürfen ungerechter Handelspraktiken an China an. "China spielt zunehmend unfair und schadet unserer Exportwirtschaft", sagte IW-Außenhandelsexperte Jürgen Matthes. Die Regierung in Peking verzerre mit Subventionen und einer unterbewerteten Währung den Wettbewerb und nutze Barrieren beim Verkauf vor Ort. Um die Abhängigkeit vom Ausland zu senken, übe China zudem Druck auf deutsche Unternehmen aus, den chinesischen Markt mehr durch Produktion und Zulieferung vor Ort und weniger durch Exporte dorthin zu bedienen. "Im Sinne gleicher Wettbewerbsbedingungen und eines fairen gegenseitigen Marktzugangs ist es daher nur folgerichtig, wenn die Europäische Kommission nun auch den Marktzugang chinesischer Anbieter in der EU kritisch überprüft", sagte Matthes.