Zeit 10.12.2025
19:53 Uhr

Eurovision Song Contest : Auch Island boykottiert den ESC in Wien


Beim kommenden Eurovision Song Contest wird auch Island fehlen. Es ist das fünfte Land, das dem Wettbewerb aus Protest gegen die Teilnahme Israels fernbleiben will.

Eurovision Song Contest : Auch Island boykottiert den ESC in Wien
Als fünftes Land hat nun auch Island seine Teilnahme am Eurovision Song Contest im kommenden Jahr abgesagt . Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender RÚV mit. Grund für die Entscheidung sei die mögliche Beteiligung Israels an dem Wettbewerb. Angesichts der öffentlichen Debatte in Island werde es "weder Freude noch Frieden" an einer Teilnahme geben, sagte Senderchef Stefan Eiriksson. Zuvor hatten Spanien, die Niederlande, Irland und Slowenien ihren Rückzug vom ESC angekündigt . Sie begründeten dies mit dem Vorgehen Israels im Gaza-Krieg. Weitere Länder erwägen derzeit ebenfalls einen Boykott. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hatte in der vergangenen Woche beschlossen, Israel nicht vom Wettbewerb auszuschließen. Die Mitglieder stimmten stattdessen für eine Regeländerung, die die Neutralität des Gesangswettbewerbs absichern soll. Strengere Abstimmungsregeln sollen laut der Rundfunkunion für "Transparenz und Vertrauen" sorgen und allen Ländern – auch Israel – die Teilnahme ermöglichen. Eine Abstimmung über das Teilnahmerecht einzelner Länder sei somit nicht nötig. Mitglieder stimmten gegen israelischen Ausschluss vom ESC Island zählt zu den Ländern, die eine Abstimmung über die Teilnahme Israels gefordert hatten. Neben dem mutmaßlich menschenrechtswidrigen Vorgehen Israels in Gaza warfen einige EBU-Mitglieder Israel vor, die Abstimmung des letzten ESC zugunsten der israelischen Kandidatin Yuval Raphael manipuliert zu haben. Raphael beendete den diesjährigen Wettbewerb in Basel trotz vielfacher Straßenproteste als Zweitplatzierte. Gewinner war der österreichische Kandidat JJ mit dem Song Wasted Love . Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte für den Fall eines Ausschlusses Israels indes einen deutschen Boykott des Wettbewerbs in den Raum gestellt. Anmeldefrist wurde in diesem Jahr wegen der Uneinigkeiten verlängert Am Mittwoch lief die Frist für die nationalen Rundfunkanstalten aus, ihre Teilnahme an dem jährlichen Musikwettbewerb zu melden. Die Europäische Rundfunkunion kündigte an, die endgültige Liste der teilnehmenden Länder noch vor Weihnachten zu veröffentlichen. Normalerweise liegt die Frist, zu der Mitgliedssender verbindlich ihre Teilnahme erklären müssen, bereits im Oktober. Bei Anmeldungen nach Ablauf der Frist ist dann eine Geldstrafe fällig. In diesem Jahr war die Frist aufgrund der Diskussionen um die israelische Teilnahme auf Dezember verschoben worden. Die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests findet im Mai 2026 in Wien statt. Das Motto des Wettbewerbs ist im kommenden Jahr "United by Music".