Zeit 26.02.2026
14:42 Uhr

Europäischer Gerichtshof: EuGH bestätigt hohe Geldbußen wegen Luftfrachtkartell


Wegen illegaler Preisabsprachen wurden gegen mehrere Airlines Millionenstrafen verhängt. Beschwerden dagegen scheiterten vor dem Europäischen Gerichtshof.

Europäischer Gerichtshof: EuGH bestätigt hohe Geldbußen wegen Luftfrachtkartell
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Beschwerden mehrerer Fluggesellschaften gegen Geldbußen in Millionenhöhe wegen illegaler Preisabsprachen abgewiesen. In zwölf Urteilen, darunter gegen Airlines wie Lufthansa, KLM oder Air France, wurden die vorinstanzlichen Schuldsprüche bestätigt. Der Entscheidung des EU-Gerichtshofs ging ein jahrelanger Rechtsstreit voraus, der 2010 begonnen hatte. Hintergrund sind Preisabsprachen, die die Fluggesellschaften zwischen 1999 und 2006 im Frachtbereich getroffen hatten. Durch diese Absprachen wurde unter anderem die Deutsche Bahn geschädigt . Das Kartell wurde öffentlich bekannt, weil die Lufthansa vor der EU-Kommission als Kronzeugin auftrat. Lufthansa trotz Kronzeuginnenstatus beteiligt Die EU-Kommission hatte schon 2010 Geldbußen in einer Gesamthöhe von 790 Millionen Euro verhängt. Die betroffenen Fluggesellschaften gingen dagegen vor und gewannen vor dem Gericht der Europäischen Union, das den Kommissionsbeschluss für nichtig erklärte. Im Jahr 2017 beschloss die Kommission erneut eine Strafe in Höhe von 776 Millionen Euro. Diese wurden 2022 in einigen Fällen erneut herabgesetzt, andere wurden bestätigt. Nun wurden die meisten Urteile in letzter Instanz bestätigt. Die Lufthansa hatte sich trotz ihres Kronzeuginnenstatus an der Klage beteiligt. Ihr war aber 2010 und 2017 die Geldstrafe erlassen worden.