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26.11.2025
14:17 Uhr
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Die Raumfahrtbehörde Esa fordert mehr Geld, um international nicht abgehängt zu werden. Deutschland will für die kommenden drei Jahre fünf Milliarden Euro beisteuern.

Die Bundesregierung wird künftig deutlich mehr Geld zum Budget der europäischen Raumfahrtbehörde Esa beisteuern. Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) kündigte zum Beginn der Esa-Ministerratskonferenz in Bremen einen Betrag von fünf Milliarden Euro an, zuletzt hatte Deutschland 3,5 Milliarden Euro gezahlt. Das Budget gilt für die nächsten drei Jahre. Die Esa und ihre 23 Mitgliedsstaaten diskutieren bei der Tagung, welche Rolle Europa in der Raumfahrt künftig spielen soll und wer sich mit wie viel Geld beteiligt. Aus Sicht der Raumfahrtbehörde braucht es mehr Budget als bisher, damit Europa im Weltraum nicht abgehängt wird. Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher schlägt ein Budget von 22 Milliarden Euro vor. Das wäre auch inflationsbereinigt mehr als die bisherigen 17 Milliarden Euro. Die genaue Summe des neuen Budgets soll bis Donnerstag verhandelt werden. Bär: "Es hängen wahnsinnig viele Arbeitsplätze von der Raumfahrt ab" Bär sagte, dass Deutschland innerhalb von Europa eine führende Position einnehmen müsse. Man wolle Schwerpunkte in den Bereichen Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und Navigation setzen. "Es hängen wahnsinnig viele Arbeitsplätze von der Raumfahrt ab, aber auch unsere Sicherheit", sagte Bär. Deutschland ist traditionell eines der Länder, das am meisten Geld gibt. Grundsätzlich gilt: Wer viel einzahlt, bekommt auch viel zurück – in Form von Aufträgen an Unternehmen oder für Forschung im eigenen Land. Die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Bremen als bedeutendste Raumfahrtstandorte in Deutschland fordern sechs Milliarden Euro aus Deutschland für die Esa, damit ein entscheidender Anteil der Esa-Investitionen in die Regionen fließt. Aschbacher zeigte sich zu Beginn der Konferenz optimistisch. "Es gibt genügend Punkte, die Probleme oder Diskussionen auslösen könnten, aber wir haben sie bisher sehr gut bewältigt", sagte der Esa-Chef. "Wir fangen also gut an." Die Esa hatte vor der Tagung deutlich gemahnt: "Europa droht, in Verzug zu geraten. Nicht, weil Expertise fehlt, sondern weil die Investitionen unzureichend oder zerstückelt sind." Bei der Esa-Konferenz verhandeln Ministerinnen und Minister aus allen 23 Mitgliedsländern persönlich über die Zukunft der Behörde. Rund 500 Menschen aus ganz Europa sind an den Gesprächen beteiligt, darunter Mitarbeitende der nationalen Raumfahrtbehörden und Esa-Astronauten.