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28.01.2026
20:53 Uhr
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Die US-Einsatzkräfte, die am Rande einer Abschiebe-Razzia Alex Pretti erschossen haben, wurden beurlaubt. Es ist unklar, ob auch weitere beteiligte Beamte betroffen sind.

Nach der Erschießung des US-Amerikaners Alex Pretti am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis durch US-Bundesbeamte sind erstmals beteiligte Einsatzkräfte disziplinarisch belangt worden. Die Bundesbeamten seien beurlaubt worden, sagte ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten unter anderem die New York Times und die Sender Fox News und CBS News darüber berichtet. "Das ist ein standardmäßiges Vorgehen", teilte die Grenzschutzbehörde CBP zur Beurlaubung der beiden Einsatzkräfte mit. Sie bestätigte damit ebenfalls die Berichte. Die New York Times berichtete unter Berufung auf einen Vertreter des Heimatschutzministeriums, dass die Suspendierung die beiden Beamten betrifft, die auf Pretti geschossen haben. Es sei unklar, ob das Heimatschutzministerium auch gegen weitere beteiligte Einsatzkräfte vorgeht. Demnach sollen die Schützen bereits seit Samstag, dem Tag der Tötung Prettis, beurlaubt sein. Angaben des US-Grenzschutzchefs Gregory Bovino, wonach die beiden Schützen ihre Arbeit in den Folgetagen fortgesetzt hätten, wären damit falsch. Bovino wurde inzwischen laut mehreren US-Medienberichten aus Minneapolis abgezogen, was die Regierung bislang nicht bestätigt hat. Bovino hatte die Schützen als die eigentlichen "Opfer" bezeichnet, Pretti habe sie angeblich "massakrieren" wollen. Offizieller Bericht widerspricht Behauptungen der Regierung Die Einsatzkräfte hatten am Samstag mehrfach auf Pretti geschossen und ihn getötet. Videoaufnahmen zeigen, dass der 37-Jährige die Beamten anders als von der US-Regierung dargestellt nicht bedroht und eine von ihm mitgeführte Waffe nicht gezückt hatte. Wenige Wochen nachdem ein ICE-Mitarbeiter in Minneapolis Anfang Januar Renée Good am Rande eines Einsatzes erschossen hatte, sorgte die Tötung in den USA und darüber hinaus Empörung. Am Dienstag veröffentlichte die Grenzschutzbehörde CBP einen Bericht zu dem tödlichen Einsatz, der früheren Angaben der US-Regierung widerspricht. So hatte das Heimatschutzministerium beispielsweise verschwiegen, dass Pretti seine Waffe nicht gezückt hatte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pretti die Einsatzkräfte bedroht habe. Die Videos zeigen auch, dass die Einsatzkräfte Prettis Waffe bereits an sich genommen hatten, bevor die Schüsse auf ihn fielen. Die US-Regierung und Mitarbeiter des Weißen Hauses hatten sich unmittelbar nach den Schüssen hinter die Einsatzkräfte gestellt. Stephen Miller, Vizestabschef des Weißen Hauses und Heimatschutzberater von US-Präsident Donald Trump, bezeichnete Pretti ohne Belege als "Terroristen". Er und Heimatschutzministerin Kristi Noem stehen derzeit unter Kritik, teils auch aus der Republikanischen Partei. Später mäßigte Miller seine Rhetorik und teilte in einer Stellungnahme mit, es könne womöglich ein Fehlverhalten seitens der Einsatzkräfte gegeben haben. Trump droht dem Bürgermeister von Minneapolis Trump sandte seinerseits widersprüchliche Botschaften aus. Zwar kündigte er an, "ein bisschen deeskalieren" zu wollen und versprach eine Untersuchung der Schüsse auf Pretti. Zugleich drohte er Minneapolis' Bürgermeister Jacob Frey, der einen Abzug der Einwanderungsbehörde ICE aus seiner Stadt forderte. So warf Trump ihm auf seiner Plattform Truth Social ein "Spiel mit dem Feuer" vor. Frey hatte zuvor angekündigt, die Einwanderungsgesetze der Trump-Regierung in seiner Stadt nicht umsetzen zu wollen. Die Anschuldigungen Trumps, er trage damit zu Eskalation bei, wies der Demokrat von sich. Die Polizei sei dazu da, "die Menschen zu schützen, nicht, Bundes-Einwanderungsgesetze durchzusetzen", teilte er auf X mit.