Zeit 02.10.2026
07:31 Uhr

Ermittlungen im Fall der Cornell University : New Yorks Gouverneurin ernennt Sonderermittlerin im Cornell-Fall


Eine Sonderermittlerin ist mit den Untersuchungen im Fall Cornell beauftragt worden. Eine Frau wirft sieben Studenten sexuellen Missbrauch vor. Es kam nie zur Anklage.

Ermittlungen im Fall der Cornell University : New Yorks Gouverneurin ernennt Sonderermittlerin im Cornell-Fall
New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul hat die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates mit der Ermittlung der Vorwürfe im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Vergewaltigung an der Cornell University beauftragt. Sie begründete den Schritt mit schwindendem Vertrauen in die zuständige Staatsanwaltschaft. Hochul unterzeichnete eine entsprechende Verfügung, wonach die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Letitia James, als Sonderermittlerin für den Fall eingesetzt werden soll. Eine ehemalige Studentin der renommierten Cornell-Universität wirft sieben Männern vor, sie 2024 in einem Verbindungshaus der Studentenverbindung Chi Phi auf dem Gelände der Universität sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Ihr seien Alkohol und Drogen beigeführt worden. Sie war damals 20 Jahre alt und wandte sich nach eigenen Angaben rund drei Wochen nach dem Vorfall an die Polizei auf dem Campus. Ihre Aussagen kurz nach dem Vorfall führten nicht zu einem Verfahren. Die ehemalige Studentin tritt öffentlich unter dem Pseudonym Jane Doe auf. Die örtlichen Behörden sehen sich heftiger Kritik ausgesetzt, seit die Frau Mitte September eine Zivilklage einreichte und der Vorfall große Aufmerksamkeit erreichte . Neu veröffentlichte Informationen hätten »ernste Fragen« zur Untersuchung durch die Campuspolizei und zur Entscheidung des zuständigen Bezirksstaatsanwalts aufgeworfen, den Vorfall nicht strafrechtlich zu verfolgen, sagte Hochul. Vertrauen in Bezirksstaatsanwaltschaft untergraben Der zuständige Staatsanwalt Matthew Van Houten erklärte, die Frau habe in ihrer ersten eidesstattlichen Aussage gegenüber den Behörden weder eine Gruppenvergewaltigung noch eine Verabreichung von Drogen geschildert. US-Medien berichteten hingegen unter Berufung auf Verhörprotokolle, dass sie der Polizei mitteilte, vergewaltigt worden zu sein. Diese Aussagen habe er nie gesehen, sagte der Bezirksstaatsanwalt. Das Vertrauen in die Fähigkeit des Bezirksstaatsanwalts sei untergraben, sagte Hochul. »Die junge Frau, um die es in diesem Fall geht, hat ein Recht darauf, zu wissen, dass jeder Fakt geprüft und Gerechtigkeit angestrebt wird«, sagte die Gouverneurin. Das neue Sonderermittlungsverfahren werde sicherstellen, dass der Fall »vollständig und gründlich, unvoreingenommen und unabhängig mit der gebotenen Sorgfalt« untersucht werde, sagte Hochul weiter. Die New Yorker Generalstaatsanwältin werde den Vorfall untersuchen, mutmaßliche Straftaten verfolgen und die Beweise einer Grand Jury vorlegen. Als Grand Jury wird eine Gruppe von Geschworenen bezeichnet, die nach der Vorlage von Beweismitteln entscheidet, ob Anklage in einem Fall erhoben werden kann .