Zeit 12.01.2026
19:34 Uhr

Erbschaft: SPD legt Konzept zu Erbschaftssteuer vor


Laut Medienberichten plant die SPD eine Erbschaftssteuerreform. Ein Konzept sieht vor, große Erbschaften künftig stärker zu besteuern und kleinere zu entlasten.

Erbschaft: SPD legt Konzept zu Erbschaftssteuer vor
Die SPD plant nach Medienberichten eine Reform der Erbschaftssteuer . Künftig sollen vor allem große Vermögen stärker besteuert werden, während kleinere Erbschaften entlastet werden sollen. Das geht aus einem Konzeptpapier hervor, über das das ARD-Hauptstadtstudio und die Bild -Zeitung berichteten. Demnach soll es einen steuerfreien Lebensfreibetrag von insgesamt einer Million Euro geben. Diese Summe könnte man im Laufe seines Lebens steuerfrei erben. Nach ARD-Informationen sollen davon 900.000 Euro für Erbschaften innerhalb der Familie gelten und 100.000 Euro für Erbschaften von nicht oder nur entfernt verwandten Personen. Ein selbst genutztes Eigenheim soll von den Änderungen nicht betroffen sein. Die SPD wollte sich zu den Plänen bisher nicht offiziell äußern. Partei will Konzept am Dienstag vorstellen Bislang gelten die Freibeträge für Erbschaften und Schenkungen für einen Zeitraum von zehn Jahren. Kinder können etwa per Schenkung oder Erbe 400.000 Euro steuerfrei vermacht bekommen. "Es ist für uns selbstverständlich, dass das Wohnhaus von Oma steuerfrei geerbt werden kann, aber für drei Villen Erbschaftsteuer anfällt", zitiert die Bild -Zeitung aus dem SPD-Papier. Gleichzeitig will die Partei laut ARD einen zusätzlichen Freibetrag in Höhe von fünf Millionen Euro für die Vererbung von Unternehmen schaffen und Stundungsmöglichkeiten von bis zu 20 Jahren einführen. Laut ARD ist das Papier in Zusammenarbeit von Parteispitze und Bundestagsfraktion entstanden. Am Dienstag will die Fraktion das Konzept vorstellen. CDU-Politiker: Konzept würde Mittelstand massiv belasten Unions-Fraktionsvize Mathias Middelberg kritisierte die Pläne. "Das SPD-Konzept würde vor allem den familiengeführten Mittelstand massiv zusätzlich belasten", sagte der CDU-Politiker. Nach vier Jahren wirtschaftlichem Stillstand seien aber nicht Steuererhöhungen, sondern Steuersenkungen dringend notwendig. Familienunternehmen bräuchten im Erbfall gewisse Verschonungsregeln, sonst müssten sie vier bis sechs komplette Jahresgewinne allein zur Zahlung der Erbschaftsteuer aufbringen, sagte Middelberg. "Das nimmt ihnen Investitionsmittel und stellt sie damit massiv schlechter im Wettbewerb zu börsennotierten Aktienkonzernen, für die es einen Erbfall und entsprechende Belastungen im Übergang zu einer neuen Eigner-Generation gar nicht gibt. Familienunternehmen, die wenig oder keinen Gewinn machen, würden durch das SPD-Modell komplett gekillt." Es gebe möglicherweise Korrekturbedarf bei den aktuell geltenden Verschonungsregeln im Erbschaftsteuerrecht, sagt Middelberg. Das SPD-Modell aber mit einem schlichten Freibetrag von fünf Millionen Euro liefere hierfür keine geeignete Lösung.