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26.02.2026
20:04 Uhr
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Die frühere US-Außenministerin hat vor dem US-Kongress ausgesagt, Jeffrey Epstein nie begegnet zu sein. Sie fordert eine Aussage unter Eid von US-Präsident Donald Trump.

Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat im Rahmen von Untersuchungen des US-Kongresses zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgesagt. Die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton sagte in einer Stellungnahme vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses: "Ich kann mich nicht daran erinnern, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit seinem Flugzeug geflogen und habe weder seine Insel noch seine Häuser oder Büros besucht." Sie habe auch nichts von den kriminellen Machenschaften von Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell gewusst. Clinton, die die Anhörung aus ihrem Heimatort Chappaqua nördlich von New York City per Videoschalte führte, kritisierte den von Republikanern geleiteten Ausschuss: Er wolle von Epsteins Verbindungen zum US-Präsidenten Donald Trump ablenken. Zudem warf sie der aktuellen US-Regierung unter Trump vor, eine Abteilung des Außenministeriums zur Bekämpfung internationalen Sexhandels "ausgehöhlt" zu haben. Clinton und ihr Ehemann, Ex-US-Präsident Bill Clinton, hatten eine Aussage vor dem Ausschuss zunächst abgelehnt, lenkten aber ein, nachdem ihnen Abgeordnete bei weiterer Weigerung eine Zwangsvorladung wegen Missachtung des Kongresses in Aussicht gestellt hatten. Bill Clinton soll am Freitag vor dem Ausschuss erscheinen – als erster ehemaliger US-Präsident, der vor dem Kongress in einem solchen Zusammenhang Stellung nimmt. Strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn wegen seiner Beziehung zu Epstein stehen nicht im Raum. Hillary Clinton fordert eine Aussage unter Eid von Trump Der führende Demokrat in dem Untersuchungsausschuss, Robert Garcia, warf der US-Regierung und den Republikanern während der Sitzung erneut "Vertuschung" vor. Kurz vor der Befragung von Hillary Clinton hatten der US-Radiosender NPR und die New York Times berichtet, das Justizministerium habe bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Dokumente zurückgehalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Trump erhebt. Die Demokraten im Untersuchungsausschuss drängen unter anderem deswegen auf eine Anhörung von Präsident Trump. Auch Hillary Clinton forderte vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss, dieser solle den amtierenden US-Präsidenten "unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht". Die Republikaner lehnen bereits seit Wochen eine Vorladung Trumps ab. Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer argumentierte im Ausschuss, Trump könne nicht vorgeladen werden, weil er amtierender Präsident sei. Dem inzwischen verstorbenen Epstein wird vorgeworfen, minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und vermittelt zu haben. Hillary Clinton gab an, es habe über die Clinton Foundation Kontakte zu Maxwell gegeben. Maxwell, die wegen Straftaten im Zusammenhang mit Epstein verurteilt wurde, war 2010 zur Hochzeit von Clintons Tochter Chelsea eingeladen.