Zeit 28.02.2026
06:10 Uhr

Epstein-Skandal: Bill Clinton bestreitet Fehlverhalten vor Epstein-Ausschuss


Der frühere US-Präsident Clinton wusste nach eigenen Angaben nichts von den Straftaten Jeffrey Epsteins. Zuletzt waren Fotos der beiden veröffentlicht worden.

Epstein-Skandal: Bill Clinton bestreitet Fehlverhalten vor Epstein-Ausschuss
Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat vor seiner Befragung durch den Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses jegliche Kenntnis von Straftaten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zurückgewiesen. "Ich weiß, was ich getan habe und – noch wichtiger – was ich nicht getan habe. Ich habe nichts gesehen und nichts falsch gemacht", schrieb Clinton in einer in sozialen Medien verbreiteten Erklärung. Am Donnerstag hatte bereits seine Ehefrau Hillary Clinton ausgesagt . Die frühere US-Außenministerin sagte, sie könne sich nicht daran erinnern, Epstein je getroffen zu haben. In Bill Clintons Stellungnahme, die in einem Kunstzentrum in seiner Heimatstadt Chappaqua im Bundesstaat New York stattfand, bestätigte er die Aussagen seiner Ehefrau. Sie habe nichts mit Epstein zu tun gehabt, sei nie mit ihm gereist und habe keine seiner Immobilien besucht. Mehrere Fotos von Epstein und Clinton in Ermittlungsakten Zu seiner eigenen Bekanntschaft mit Epstein sagte er, dass diese nur kurz gewesen sei und geendet habe, bevor dessen Taten ans Licht gekommen seien. Er habe keinerlei Anzeichen für die Straftaten Epsteins wahrgenommen. Er lehne es ab, "24 Jahre später Detektiv zu spielen". Außerdem sagte er, dass er unter Eid nichts sagen werde, dessen er sich nicht sicher sei. "Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere", sagte Clinton. Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, bezeichnete die Befragung im Anschluss als "sehr produktiv". Clinton habe versucht, jede Frage zu beantworten. Im Kontext der Straftaten Epsteins wird dem ehemaligen US-Präsidenten kein Fehlverhalten vorgeworfen. Bei der Veröffentlichung diverser Ermittlungsakten durch das US-Justizministerium tauchten aber mehrere Bilder auf, die Clinton mit Epstein zeigen. Unter anderem ist Clinton in einem Flugzeug neben einer Frau sitzend zu sehen, deren Gesicht unkenntlich gemacht worden war. Während Clintons Präsidentschaft war Epstein mehrere Male im Weißen Haus zu Gast. Später hatte Clinton mehrere Auslandsreisen mit Epsteins Flugzeug unternommen. Die nicht öffentliche Anhörung des ehemaligen Präsidenten stellt einen Präzedenzfall dar: Noch nie zuvor wurde ein ehemaliger US-Präsident gezwungen, vor Mitgliedern des Kongresses auszusagen. Das Ehepaar Clinton hatte zunächst eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss abgelehnt. Nachdem ihnen Abgeordnete mit einer Zwangsvorladung gedroht hatten, hatten beide eingelenkt. Republikaner prüfen Meineid-Anklage gegen Hillary Clinton Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Comer wollen die Republikaner nun eine mögliche Meineid-Anklage gegen die frühere Außenministerin Hillary Clinton prüfen. Einige ihrer ​Antworten seien bei der Anhörung widersprüchlich gewesen, sagte Comer. Die Demokraten wollen unterdessen, dass sich nach den Clintons auch der amtierende US-Präsident Donald Trump den Fragen der Kongressmitglieder stellen soll. Clinton habe "jede einzelne Frage" ausführlich beantwortet, nicht das Aussageverweigerungsrecht in Anspruch genommen und sich dabei recht wohlgefühlt, sagte der demokratische Abgeordnete Suhas Subramanyam. Jetzt sei auch Trump an der Reihe, unter Eid vor dem Ausschuss zu erscheinen, statt nur Stellungnahmen in sozialen Medien zu verbreiten. Auch Hillary Clinton forderte in ihrer Befragung vor dem Untersuchungsausschuss dazu auf, dass dieser Trump "unter Eid zu den Zehntausenden Malen befragen solle, die er in den Epstein-Akten auftaucht". Trump selbst äußerte sein Bedauern über die Epstein-Befragung von Clinton: "Ich mag ihn, und es gefällt mir nicht, ihn unter Eid aussagen zu sehen." In der Vergangenheit allerdings hatte Trump immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. So behauptete er unter anderem, dass Clinton auf Epsteins Privatinsel gewesen sei. Beweise dafür legte er jedoch nicht vor. Viele werfen dem Präsidenten deshalb ein Ablenkungsmanöver vor. Trumps Name findet sich in den Ermittlungsakten zum Fall Epstein. Bisher beteuerte der US-Präsident allerdings, dass er nichts von Epsteins Straftaten gewusst habe. Laut einem kürzlich veröffentlichten Dokument soll Trump jedoch in einem Telefonat im Jahr 2006 gesagt haben, dass die Menschen in New York wüssten, dass Epstein "widerlich" sei. Opposition wirft Justizministerium Manipulation vor Laut der demokratischen Opposition wiederholt Trump fortlaufend die Lüge, er sei entlastet worden. Außerdem beschuldigen die Demokraten das Justizministerium, illegal Unterlagen zurückzuhalten. Darüber hinaus soll das Ministerium Fotos und Videos, unter anderem von Handelsminister Howard Lutnick, gelöscht haben. Belege dafür legten die Abgeordneten jedoch bis jetzt nicht vor. Zusätzlich deuteten die Demokraten an, dass Clinton während der Befragung zusätzliche Informationen zu früheren Gesprächen mit Trump erwähnt habe, die neue Fragen aufwerfen könnten. Details nannten sie unter Verweis auf die Vertraulichkeit der Anhörung nicht. Die vollständigen und ungeschnittenen Videoaufzeichnungen der Anhörungen beider Clintons müssten jedoch schnell veröffentlicht werden.