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23.12.2025
13:45 Uhr
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Es scheint, als würde das US-Justizministerium auf die heftige Kritik im Umgang mit den Epstein-Files reagieren: Ein neuer Datensatz mit Tausenden Dokumenten ist online.

Mit der Veröffentlichung von fast 8.000 neuen Dokumenten scheint das US-Justizministerium den Forderungen nach mehr Transparenz in dem Fall nachzugeben. Die Dateien wurden an diesem Dienstag hochgeladen und sind über die Seite des Ministeriums abrufbar. Darunter sind Hunderte Video- und Audioaufnahmen. Unter den veröffentlichten Aufnahmen sind nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP auch Dateien der Überwachungskamera der Gefängniszelle, in der Epstein im August 2019 tot aufgefunden wurde. Mehrere US-Medien wie die Washington Post berichteten zudem, dass weitere Dokumente am Montagnachmittag zunächst hochgeladen und kurz darauf wieder gelöscht worden seien. Dabei handelte es sich laut den Berichten um Tausende Regierungsdokumente und E-Mails sowie Videos der Gefängnisbehörde. Enthalten gewesen seien darin unter anderem Details zu Flügen von US-Präsident Donald Trump mit Epsteins Flugzeug. Außerdem sei ein Austausch zwischen Gefängnisbeamten über Epsteins psychischen Zustand wenige Wochen vor dessen Tod veröffentlicht worden. Erster Datensatz löste Kritik aus Der erste Upload von Dokumenten Ende vergangener Woche hatte für viel Kritik gesorgt. Denn das Justizministerium hatte trotz einer vom Kongress gesetzten Frist nur einen Teil der Dokumente freigegeben . Politiker im US-Kongress und Epstein-Opfer reagierten empört. Zahlreiche Dateien waren zudem vorab unleserlich gemacht worden, wie etwa ein komplett geschwärztes, 119-seitiges Dokument der New Yorker Justiz. Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater Jeffrey Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und Frauen missbraucht und an Prominente vermittelt zu haben . Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt waren . Mick Jagger und Bill Clinton auf Fotos zu sehen Auf den bislang veröffentlichten Fotos tauchen einige Prominente auf. Neben Rockstar Mick Jagger, dem 2009 gestorbenen Popkönig Michael Jackson und Schauspieler Kevin Spacey ist der frühere US-Präsident Bill Clinton verhältnismäßig oft zu sehen. Dass Menschen auf den Fotos zu sehen sind, heißt nicht zwingend, dass ihnen auch ein Fehlverhalten vorgeworfen wird. Trump hatte aber in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken . Ein Clinton-Sprecher forderte die US-Regierung auf, unverzüglich das noch vorhandene Material freizugeben, das sich auf Clinton beziehe. Eine Weigerung würde den Verdacht erwecken, dass es dem Ministerium nicht um Transparenz gehe, sondern durch selektive Veröffentlichungen darum, ein Fehlverhalten einzelner Personen zu suggerieren. Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, brachte am Montag einen Antrag ein, in dem er wegen der unvollständigen Aktenveröffentlichung rechtliche Schritte gegen die Trump-Regierung fordert. "Anstatt für Transparenz zu sorgen, hat die Trump-Regierung nur einen winzigen Bruchteil der Akten veröffentlicht", kritisierte Schumer. Dies sei eine "eklatante Vertuschung". Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche begründete die Verzögerung damit, dass jeder Hinweis auf die Identitäten der über 1.000 Epstein-Opfer aus den Hunderttausenden von Dokumenten und Fotos, die sich im Besitz der Regierung befinden, entfernt werden müsste. Die oppositionellen Demokraten beschuldigten Trump, sich mit der verzögerten Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Der US-Präsident hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt und nannte die Epstein-Affäre einen "Schwindel" .