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23.12.2025
11:02 Uhr
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Der US-Präsident hat seine Attacken auf Gegner nach den Epstein-Files auffällig zurückgehalten. Er beklagt, unbeteiligte Menschen würden geschädigt – auch Bill Clinton.

Drei Tage nach der Veröffentlichung Tausender Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat sich US-Präsident Donald Trump erstmals länger dazu geäußert. Von einem Journalisten darauf angesprochen, ob ihn die zahlreichen Fotos in den Ermittlungsakten überrascht hätten, sagte Trump: "Ich mag es nicht, dass Bilder von Bill Clinton gezeigt werden. Ich mag es nicht, dass Bilder von anderen gezeigt werden. Das ist eine schreckliche Sache." Trump hatte die Freigabe der Epstein-Files zwar im Wahlkampf versprochen, als Präsident jedoch vehement bekämpft . Ungewohnt zurückhaltend nutzte er die teilweise Veröffentlichung der Akten, in denen sich unter anderem Fotos des früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton finden, nicht für weitere Angriffe. Stattdessen nahm er Clinton in Schutz. Er denke, dass Clinton damit umgehen könne, er sei immer gut mit ihm ausgekommen, sagte Trump. Zudem beklagte Trump, Menschen, die nichts mit Epstein zu tun hätten, seien auf Fotos abgebildet, weil sie etwa auf derselben Party gewesen seien. So zerstöre man den Ruf von Menschen. Doch genau das hätten die Demokraten und ein paar "schlechte" Republikaner verlangt. Er beklagte, dass über die Veröffentlichung eines Teils der Akten die "Erfolge" seiner Regierung vergessen würden. Veröffentlichte Daten teilweise gelöscht Medienberichten zufolge löschte die US-Regierung weitere Dokumente zu dem Fall, welche sie kurz zuvor erst neu veröffentlicht hatte. Die Dateien, offenbar Teil der Ermittlungsakten, seien am Montagnachmittag mehrere Stunden lang auf der Webseite des Justizministeriums zum Download verfügbar gewesen, berichteten die Washington Post und Politico . Demnach handelte es sich um Tausende Regierungsdokumente und E-Mails sowie Videos der Gefängnisbehörde. Die Dateien, die den Zeitungen nach eigenen Angaben vorlagen, enthielten demnach unter anderem Informationen über Flüge von Trump mit Epsteins Flugzeug. Während eines Fluges sollen nur Trump, Epstein und eine 20-jährige Frau an Bord gewesen sein, berichtete die Washington Post . Auch soll das Datenpaket mehr über Trumps Verbindung zu Epstein und gemeinsame Partys enthalten. Politico berichtete auch von möglichen Listen von Verdächtigen , die das Justizministerium überlegte anzuklagen – neben Epstein und seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell. Auch soll es um Ermittlungsakten zu Epsteins Verstrickungen mit wichtigen Menschen im Finanzwesen gehen. Außerdem sei ein Austausch zwischen Gefängnisbeamten über Epsteins psychischen Zustand wenige Wochen vor dessen Tod veröffentlicht worden. Die US-Regierung äußerte sich dazu nicht. Ministerium veröffentlichte Akten nur teilweise Das US-Justizministerium hatte nach Druck aus der Öffentlichkeit und einem entsprechenden Gesetz des US-Kongresses Tausende Dateien auf seiner Webseite hochgeladen, weitere sollen folgen. Die Freigabe erfolgte am letzten Tag einer Frist, die dem Ministerium auferlegt worden war. Allerdings veröffentlichte das Ministerium, anders als vorgeschrieben, nicht alle Akten . Zudem werden die großzügigen Schwärzungen in den Dokumenten kritisiert . Bereits vor Tagen war ein Foto, auf dem Trump zu sehen ist, zwischenzeitlich gelöscht und dann wieder veröffentlicht worden. Abgeordnete beider Parteien wollen die Veröffentlichung aller Akten weiterhin erzwingen. Einem Gesetzentwurf zweier Abgeordneter nach, dem das Repräsentantenhaus noch zustimmen müsste, soll Justizministerin Pam Bondi für jeden Tag eine Geldstrafe zahlen, an dem die Dokumente nicht veröffentlicht werden . Bondi äußerte sich nicht dazu. Die Demokraten werfen Trump zudem vor, die komplette Veröffentlichung zu verhindern, weil er selbst darin vorkomme . Bisher gibt es keine Anklage gegen ihn. Wenn Menschen in den Akten vorkommen, bedeutet das noch nicht, dass sie sich etwas haben zuschulden kommen lassen. Epstein war auf vielen Zusammenkünften der Oberschicht anwesend.