Zeit 19.02.2026
13:27 Uhr

Epstein-Files: Gates reist nach neuen Epstein-Veröffentlichungen nicht zu KI-Gipfel


Microsoft-Gründer Bill Gates kommt nicht zum KI-Gipfel in Neu-Delhi. Digitalminister Karsten Wildberger und sein indischer Kollege Ashwini Vaishnaw schließen "KI-Pakt".

Epstein-Files: Gates reist nach neuen Epstein-Veröffentlichungen nicht zu KI-Gipfel
Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat einen Auftritt bei einem internationalen KI-Gipfel in Indien abgesagt. Nach sorgfältiger Überlegung und um sicherzustellen, dass der Fokus auf den zentralen Prioritäten des Gipfels liege, werde Gates bei dem Treffen seine Keynote-Rede nicht halten, teilte die Gates Foundation in Indien auf X mit. Die Rede von Gates soll für heute auf dem Programm gestanden haben. Gates kommt in den jüngsten Veröffentlichungen von Akten im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vor. In den Akten findet sich auch ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Gates richtet. Der Entwurf thematisiert Spannungen zwischen Gates und seiner damaligen Ehefrau sowie gescheiterte Geschäftsbeziehungen. Zudem enthält er unbelegte Vorwürfe persönlicher Natur – darunter den Hinweis, Gates habe Epstein gebeten, E-Mails zu löschen, die sich auf eine mögliche Geschlechtskrankheit sowie intime Details bezogen hätten. Belege dafür gibt es nicht. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Microsoft-Gründer bestreitet Vorwürfe Gates wies die Vorwürfe im Sender 9News zurück. Epstein habe offenbar eine E-Mail an sich selbst geschrieben, die nie verschickt worden sei. Er wisse nicht, was sich Epstein dabei gedacht habe, sagte Gates und warf dabei die Frage auf, ob Epstein versucht habe, ihm zu schaden. In Indien kommen in dieser Woche neben Unternehmensvertretern auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Ministerdelegationen zusammen, um über die Chancen durch KI zu sprechen – aber auch über die Risiken, von Arbeitsplatzverlusten bis hin zur wachsenden Gefahr durch Falschinformationen. Unter den Gästen sind der französische Präsident Emmanuel Macron, sein brasilianischer Kollege Luiz Inácio Lula da Silva und der indische Premierminister Narendra Modi. Auch Spitzenmanager von Tech-Unternehmen sind in Neu-Delhi, darunter Google-Chef Sundar Pichai und Sam Altman von OpenAI. Roboterhund sorgt für peinlichen Skandal Mit dem Gipfel knüpft Indien an ähnliche Veranstaltungen in den vergangenen Jahren in Großbritannien, Südkorea und Frankreich an. Zum ersten Mal findet jetzt solch ein Treffen im Globalen Süden statt. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und sein indischer Amtskollege Ashwini Vaishnaw vereinbarten am Rande des KI-Gipfels einen "KI-Pakt". Dieser sieht gemeinsame Initiativen etwa in den Bereichen Industrie, Energie, Gesundheit und Landwirtschaft vor. Zudem geht es den Angaben zufolge um Fachkräfte. Nach Angaben der indischen Seite wurde vereinbart, dass in beiden Ländern Anlaufstellen geschaffen werden sollen, um die Mobilität für indische Studierende und Fachkräfte zu erleichtern. In einer gemeinsamen Erklärung bekennen sich Deutschland und Indien dazu, KI verantwortungsvoll, sicher und im Einklang mit demokratischen Werten zu gestalten, hieß es vom Digitalministerium. UN-Generalsekretär António Guterres warnte auf dem Gipfel vor den Gefahren der künstlichen Intelligenz (KI). "Die Zukunft der KI kann nicht von einer Handvoll Ländern entschieden werden – oder den Launen einiger weniger Milliardäre überlassen werden", sagte Guterres. Würden nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen, könne die KI "Ungleichheiten vertiefen, Vorurteile verstärken und Schaden anrichten". Richtig eingesetzt könne künstliche Intelligenz hingegen "Durchbrüche in der Medizin beschleunigen, Lernmöglichkeiten erweitern, die Ernährungssicherheit stärken, Klimaschutzmaßnahmen und Katastrophenvorsorge unterstützen und den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen verbessern", sagte der UN-Generalsekretär. Für einen Skandal sorgte ein vermeintlich in Indien entwickelter Roboterhund. An einem Messestand einer indischen Privatuni bei dem Gipfel wurde der Hund als eigene Entwicklung präsentiert, doch rasch flog auf, dass es sich dabei um das Produkt eines chinesischen Herstellers handelt. Der Zwischenfall sei äußerst peinlich für den Gastgeber Indien, sagten zwei Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, der Nachrichtenagentur AP.