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20.02.2026
13:40 Uhr
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Die Nachlassverwalter des US-Sexualstraftäters Epstein stellen den Opfern bis zu 35 Millionen Dollar in Aussicht. Damit wollen sie einer Sammelklage zuvorkommen.

Die Nachlassverwalter des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben sich laut Gerichtsangaben zu Zahlungen in Höhe von insgesamt bis zu 35 Millionen Dollar bereit erklärt, um eine Sammelklage mutmaßlicher Epstein-Opfer abzuwenden. Die vorgeschlagene Einigung betreffe Opfer, die nach eigenen Angaben zwischen 1995 und Epsteins Tod im August 2019 von diesem missbraucht oder an andere Täter vermittelt worden seien, hieß es in den jetzt veröffentlichten Gerichtsunterlagen. Der Vergleich muss noch von einem Bundesrichter in New York bestätigt werden. Sollten sich mindestens 40 Opfer an der Sammelklage beteiligen, wollen die Nachlassverwalter demnach 35 Millionen Dollar zahlen. Sollten sich weniger Frauen der Klage anschließen , solle die Entschädigungssumme bei 25 Millionen Dollar liegen. Wie viele Epstein-Opfer an der Sammelklage beteiligt sind, ist nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf die Anwaltskanzlei der Opfergruppe, dass mutmaßlich mindestens 40 Opfer noch keine Einigung mit Epsteins Nachlassverwaltern erzielt haben. Epsteins Nachlass wird auf 600 Millionen Dollar geschätzt Die Sammelklage richtet sich gegen Epsteins früheren Anwalt Darren Indyke und seinen Buchhalter Richard Kahn. Beide verwalten seinen auf 600 Millionen Dollar geschätzten Nachlass. Sie bestreiten jegliches persönliche Fehlverhalten. In einer 2024 eingereichten Sammelklage wurde ihnen jedoch vorgeworfen, Epsteins Straftaten durch ihre Arbeit ermöglicht zu haben. Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Finanzberater Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt haben. Im August 2019 wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Einen Monat zuvor war er, nicht zum ersten Mal, wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen festgenommen worden. Nach Behördenangaben nahm sich Epstein das Leben. Die gerichtliche Einigung erfolgte nach der Veröffentlichung von mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein, die das US-Justizministerium Ende Januar publik machte. Demnach sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in die Affäre verwickelt. Die in den Epstein-Akten erwähnten Prominenten versichern zumeist, vom Ausmaß der kriminellen Machenschaften Epsteins nichts gewusst zu haben.