Zeit 09.02.2026
13:00 Uhr

Epstein-Akten: Deutsche Bank räumt Fehler wegen Geschäftsbeziehung mit Epstein ein


Aus den jüngsten Veröffentlichungen zu Epstein geht hervor, dass er bis 2018 über 40 Konten bei der Deutschen Bank hatte. Das Geldinstitut bezeichnet dies als Fehler.

Epstein-Akten: Deutsche Bank räumt Fehler wegen Geschäftsbeziehung mit Epstein ein
Angesichts neuer Veröffentlichungen aus den Ermittlungsakten zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die Deutsche Bank Fehler eingeräumt. "Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben", teilte ein Sprecher mit. Epstein war nach Angaben des Geldinstituts im August 2013 Kunde geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach einen Prozess zur Beendigung der Kundenbeziehung ein. Der US-Multimillionär Epstein stand im Zentrum eines Missbrauchsnetzwerks, in dem er einflussreichen Männern über Jahre hinweg Mädchen und junge Frauen zugeführt haben soll. Er war in dem Zusammenhang bereits 2008 erstmals verurteilt worden. 2019 starb er im Alter von 66 Jahren in einem US-amerikanischen Gefängnis. In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte. Forderungen nach Offenlegung der Geschäftsverbindungen Von der Deutschen Bank hieß es nun, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und seine volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. "Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen", sagte der Sprecher des Dax-Konzerns. Seither habe die Bank "substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt". Allerdings gibt es Forderungen nach mehr öffentlicher Aufklärung. Die Bild -Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, Finanzunterlagen zur Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen. Für ihn sei die Vorlage "dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung" vor der Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 in Frankfurt am Main erforderlich, "um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden". Ende Januar hatte das US-Justizministerium weitere Dokumente, Videos und Fotos aus den Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht. Dadurch wurden die Beziehungen zahlreicher Prominenter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik zu dem verurteilten Sexualstraftäter deutlich. Mehrere Menschen traten daraufhin von ihren Positionen zurück – unter anderem der Stabschef des britischen Premiers Keir Starmer und eine norwegische Diplomatin .