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06.02.2026
07:14 Uhr
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Welche Verflechtungen hatte das Epstein-Netzwerk nach Deutschland? Mehrere Sicherheitspolitiker im Bundestag verlangen Aufklärung durch deutsche Behörden.

Mehrere Sicherheitspolitiker im Bundestag haben eine Auswertung der neu veröffentlichten Akten zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gefordert. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sagte dem Handelsblatt , dass die deutschen Behörden sich "die Epstein-Akten genau anschauen und gegebenenfalls amerikanische Behörden nach weiteren Informationen anfragen", sollten. Das Justizministerium in Washington hatte vor einer Woche mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht , darunter E-Mails, Fotos und Videos. Darin erscheinen wieder die Namen zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Der Grünenpolitiker von Notz verlangt von der Bundesregierung Auskunft, inwieweit deutsche Nachrichtendienste und andere Sicherheitsbehörden Kenntnisse über Epsteins Taten sowie über dahinterstehende "ausbeuterische, kriminelle oder pädokriminelle Netzwerke" und deren internationale Bezüge hatten. "Zahlreiche Verflechtungen in europäische Machtzirkel" Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Marc Henrichmann. In die "unsäglichen Epstein-Machenschaften" seien offenbar hochrangige Entscheider aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verwickelt gewesen, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt . Die Enthüllungen böten "erhebliches Kompromittierungs- und Erpressungspotential", sagte Henrichmann weiter. Es müsse geprüft werden, ob dadurch Entscheidungen "zulasten der Sicherheit Deutschlands und Europas" beeinflusst worden sein könnten. Das Parlament werde die Sicherheitsbehörden dazu befragen. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, hält deutsche Bezüge für möglich. "Angesichts der zahlreichen Verflechtungen in europäische Machtzirkel ist es keineswegs ausgeschlossen, dass sich Verflechtungen auch nach Deutschland ergeben können", sagte der dem Handelsblatt . Für die strafrechtliche Aufarbeitung verwies Fiedler auf die enge Zusammenarbeit von deutschen und US-Ermittlungsbehörden. Er erwarte, dass deutsche Behörden in einschlägigen Fällen beteiligt würden. Zugleich sah Fiedler eine mögliche geheimdienstliche Dimension. Sollte sich der von Polens Regierungschef Donald Tusk geäußerte Verdacht einer möglichen russischen Einflussoperation bestätigen, "würde das zahlreiche Folgefragen aufwerfen, die auch uns hier betreffen". Tusk hatte Untersuchungen zu einer möglichen Verbindung zwischen Epstein und russischen Geheimdiensten angekündigt . Russland wies eine solche Verbindung zurück. Epstein soll im Verlauf der Jahrzehnte mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Der bereits 2008 verurteilte Epstein wurde 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.