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19.01.2026
10:33 Uhr
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Die Bundesregierung will die Anschaffung von E-Autos wieder fördern. Je nach Einkommen und Kinderzahl können Privatleute mehrere Tausend Euro erhalten.

Die Bundesregierung hat Details zur neuen Kaufprämie für Elektroautos vorgelegt. Künftig will der Bund den Kauf von E-Autos für Privatleute demnach mit bis zu 6.000 Euro bezuschussen. Die Basisförderung für reine E-Autos soll bei 3.000 Euro liegen, für bestimmte Plug-in-Hybride und Wagen mit Reichweitenverlängerer, sogenannte Range Extender, ist ein Zuschuss von 1.500 Euro vorgesehen. Das teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider mit. Der SPD-Politiker bezeichnete die Förderung als "Anschub für unsere heimische Automobilwirtschaft, die starke Elektroautos im Angebot hat". Insgesamt stellt der Bund für die Prämie drei Milliarden Euro zur Verfügung. Damit sollen etwa 800.000 E-Fahrzeuge gefördert werden können. Förderfähig sind ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassene Wagen von Privatleuten beim Kauf sowie beim Leasing. "Wir wollen mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt tun, für unsere europäische Automobilindustrie und für die Haushalte, die sich ohne Unterstützung noch kein Elektroauto leisten konnten", sagte Schneider. Für die Förderung ist eine allgemeine Einkommensgrenze bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro festgesetzt. Für Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 60.000 Euro ist ein Aufschlag von 1.000 Euro vorgesehen, für Einkommen bis 45.000 Euro einen weiteren von 1.000 Euro. Die Höhe des Zuschusses ist außerdem an die Zahl der Kinder gekoppelt. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt jedoch um maximal 1.000 Euro. Die reguläre Einkommensgrenze von 80.000 Euro erhöht sich bei zwei Kindern auf 90.000 Euro. Auch Plug-in-Hybride und Range Extender förderfähig Geringere Zuschüsse gibt es für Plug-in-Hybride und für Range Extender. Plug-in-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren, Range Extender zeichnen sich durch kleine Verbrennungsmotoren aus, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen. Voraussetzung für den Basiszuschuss von 1.500 Euro für Fahrzeuge mit diesen Technologien ist, dass diese nicht mehr als 60 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen oder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben. Ab dem 1. Juli 2027 sollen diese Vorgaben dann nach einer Prüfung stärker an den CO₂-Ausstoß im realen Betrieb angepasst werden. Anträge auf die neue Kaufprämie können voraussichtlich ab Mai gestellt werden, sobald ein entsprechendes Onlineportal freigeschaltet ist. Die Förderung soll dann auch rückwirkend für alle förderfähigen Fahrzeuge gelten, die ab dem 1. Januar dieses Jahres neu zugelassen wurden. Umweltbonus war Ende 2023 von Ampelkoalition eingestellt worden Derzeit gibt es keine staatliche Förderung für Elektroautos. Der frühere Umweltbonus war Ende 2023 im Zuge der Haushaltskonsolidierung von der damaligen Ampelkoalition eingestellt worden. Der Bonus sah einen Zuschuss von bis zu 4.500 Euro vor, der zur Hälfte vom Hersteller getragen wurde und ab 2024 zunächst auf 3.000 Euro sinken und mit Ende 2024 vollständig auslaufen sollte. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die aktuelle Bundesregierung die Wiedereinführung eines Förderprogramms für den Kauf von E-Autos angekündigt. Schneider sieht in Förderung auch Stärkung für deutsche E-Auto-Industrie Bundesumweltminister Schneider sieht in der neuen Prämie auch einen Impuls für die deutsche Automobilindustrie. Rund 80 Prozent der im vergangenen Jahr neu zugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybride stammten aus europäischer Produktion, sagte er. Zudem kämen die meisten der derzeit beliebtesten E-Modelle von deutschen Herstellern, vor allem aus dem VW-Konzern und von BMW. Für dieses Jahr erwartet Schneider weitere und günstigere Modelle aus heimischer Produktion. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes kamen vergangenes Jahr die elf am häufigsten neu zugelassenen reinen Elektroautos Fahrzeugmodelle aus dem VW-Konzern oder der BMW-Gruppe. Allen voran VWs ID.7 und ID.3. Bei Plug-in-Hybriden kommen sieben der zehn beliebtesten Modelle von BMW, Mercedes oder aus dem VW-Konzern. Branchenexperten kritisieren das neue Förderprogramm des Bundes. Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research hält die Förderung für nicht notwendig. "Elektroautos verkaufen sich von allein, schade um das Steuergeld", sagte Dudenhöffer. Er warnt davor, dass Hersteller die Prämie in ihre Preise einrechnen könnten und befürchtet durch die Einkommensnachweise hohen Verwaltungsaufwand. Sinnvollere Instrumente zur Stärkung des Absatzes von E-Fahrzeugen seien dagegen günstigerer Ladestrom und niedrigere Lohnnebenkosten.