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06.01.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Dienstag – mit Ernie und Bert als Ampelmännchen, einem Fertigstellungsdatum für den Elbtower und einer Bürgermeisterin an der Schneeschaufel

Liebe Leserin, lieber Leser, nachdem der Neuschnee über Nacht alle Bemühungen der Stadtreinigung wieder zunichte gemacht hat, die öffentlichen Fuß- und Radwege wenn schon nicht ohne Weiteres passierbar, so doch wenigstens als solche erkennbar zu halten, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein ganz anderes Thema lenken: die letzten Stunden des alten Jahres. Für die hatte Hamburg sich viel vorgenommen. Auf einer im Hafenbecken hinter dem Westfield-Überseequartier schwimmenden Bühne moderierten Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner die offizielle ZDF-Silvesterparty. Bis zum vergangenen Jahr hatte die immer in Berlin stattgefunden, vor dem Brandenburger Tor, nun zog man nach Hamburg um; auf die Umstände dieses Transfers habe ich mir bereits hier einen Reim zu machen versucht. Die Party begann um 20.15 Uhr, und ja, es war eine Silvesterparty wie aus dem Lehrbuch: Man steht immer wieder eher ungemütlich draußen herum, es läuft vor allem Musik, die man früher mal mochte, und ab und an versucht man ein bisschen Smalltalk (Moderatorin: "Der Rolling Stone hat Eure Band zur Band des Jahres gekürt!" Frontmann: "Das war vor zehn Jahren.") Und ja, auch der betriebene Aufwand nötigt einem Respekt ab: eine schwimmende Bühne auf einem Ponton, 80 Meter breit, von zwei Schleppern gehalten, in 25 Metern Entfernung zur Kaimauer – wow. Verständlicherweise drehten sich auch die meisten Moderationen von Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner darum, mit welchen Anforderungen das Setting die Mitwirkenden konfrontierte und wie tapfer man damit umging – alle Beteiligten mussten von Anfang bis Ende an Bord bleiben, es zog auf der Bühne recht frisch vom Wasser nach oben. Außerdem regnete es über Stunden hin sehr ergiebig und zumeist waagerecht, sodass neben den Künstlern auch die Kameralinsen tropfnass waren. Klar, da kann man nichts machen, sicher hatten die Veranstalter auf eine lauschige Sommernacht gehofft. Also, ja, sicher, eine wirklich respektable Sache, diese Show auf die Beine zu stellen. Und, klar, sie überhaupt nach Hamburg geholt zu haben. Und nochmal, ja, die schwimmende Bühne ist spektakulär. Aber warum all die Mühe? Warum fand das alles nicht in einer Halle statt, an Land, überdacht? Die Wiener Philharmoniker spielen ihr Neujahrskonzert ja auch nicht im Park von Schloss Schönbrunn. Sie könnten, sicher, aber sie tun’s nicht, aus guten Gründen. Und dort sähe man immerhin das Schloss Schönbrunn. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, ganz ohne Niederschläge Ihr Florian Zinnecker Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de . WAS HEUTE WICHTIG IST Trotz langwieriger Verhandlungen rechnet Bürgermeister Peter Tschentscher bis Ende 2029 mit der Fertigstellung des Elbtowers und dem Einzug des Naturkundemuseums. "Die Baugenehmigungen liegen ja im Prinzip schon vor", sagte Tschentscher. "Das heißt, es ist eine Frage von wenigen Jahren." Seit Dezember 2024 verhandelt ein Konsortium um den Hamburger Immobilienentwickler Dieter Becken mit dem Insolvenzverwalter über den Kauf des halb fertigen Rohbaus am Ostende der HafenCity. Dass die Verhandlungen schon so lange dauern, störe ihn nicht, sagte Tschentscher. Am Ende scheiterten Dinge oft im Detail – "wir wollen aber einen Vertrag, der am Ende auch so umgesetzt werden kann, wie er gedacht ist". Bei Ernie kannst du gehen, bei Bert bleibst du stehen: Die beiden Figuren aus der NDR-Serie Sesamstraße regeln ab der kommenden Woche an zwei Kreuzungen in Hamburg den Verkehr . Sie übernehmen die Rolle der Ampelmännchen am Hugh-Greene-Weg, Ecke Julius-Vosseler-Straße, sowie an der Rothenbaumchaussee, Ecke Oberstraße, wie der NDR mitteilte. Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hat die Bürger zum Schneeschippen aufgerufen . Es habe so viel geschneit wie seit 15 Jahren nicht mehr. "Aber so schön der Schnee auch ist – wir wollen alle sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport kommen. Deshalb heißt es jetzt anpacken", schrieb die Zweite Bürgermeisterin im Netzwerk LinkedIn. Die Stadtreinigung sei aktuell mit mehr als 720 Mitarbeitern und rund 360 Fahrzeugen im Einsatz. Bei den Gehwegen seien aber alle gefordert. In aller Kürze • Wegen des winterlichen Wetters sind am Hamburger Flughafen mehrere Flüge gestrichen worden. Betroffen waren unter anderem Verbindungen zwischen Hamburg und Amsterdam, Mailand und Paris • Laut einer vorläufigen Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik wurden von Januar bis November vergangenen Jahres knapp 7.900 Gewalttaten registriert – etwa sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum • In Wandsbek ist am Montag ein Haus nach einem Brand eingestürzt . Nach Angaben der Polizei brach das Feuer aus bisher unbekannten Gründen am frühen Morgen in einem Einfamilienhaus im Schleusenredder aus. Zum Zeitpunkt des Brandes habe sich niemand im Haus befunden AUS DER HAMBURG-AUSGABE Man muss die Chance auch als Krise sehen Für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher endet das Jahr mit einem Wortbruch und einer kapitalen Fehleinschätzung. Höchste Zeit für ein paar Neujahrsvorsätze, kommentiert ZEIT-Redakteur Christoph Heinemann. Lesen Sie hier einen Auszug. Das Verflixte an Krisen ist, sie kündigen sich selten an. Eben war der Himmel noch blau, schon ist man bis auf die Unterhose nass. Halt, würde Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) aber bereits an dieser Stelle rufen, Krisen? Welche Krisen? Die gab es, wenn es nach ihm geht, im Jahr 2025 in Hamburg nicht, und sie kommen unter seiner Führung natürlich auch in Zukunft nicht vor. Schon das Wort mag er gar nicht. Das ist verständlich. Aber dunkle Wolken verschwinden nicht dadurch, dass man sie nicht sehen will. Im Oktober setzte eine Initiative per Volksabstimmung (Z+) durch, dass Hamburg fünf Jahre früher als geplant, schon 2040, klimaneutral sein soll. Ein halbes Jahr nach der Bürgerschaftswahl, deren Ergebnis Peter Tschentscher noch als breite Bestätigung seines politischen Kurses lesen konnte, erklärt sich also ein großer Teil der Bevölkerung für nicht einverstanden mit der Klimapolitik des Senats. Die Sorge um das Klima und um die Zukunft Hamburgs ist offensichtlich groß – zu groß, um sie zu ignorieren. Tschentschers erste Reaktion nach der Entscheidung im Oktober aber lautete: Erst mal ändern wir gar nichts. Dann weiter: Im Hafen werden Drohnen gesichtet, immer wieder, immer größere Modelle. Sie könnten zu Russland gehören, was nicht belegt ist, aber plausibel wäre. Dazu verzeichnen Unternehmen ständige Cyberangriffe, was wirkt, als hätten es Großmächte verstärkt auf Hamburg abgesehen. Womit die Stadt und damit der Erste Bürgermeister noch konfrontiert ist, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung auf zeit.de . DER SATZ "Wichtig ist für Mieter, dass die Pflicht im Mietvertrag oder in der Hausordnung wirksam übertragen wurde – Mietervereine empfehlen, das zu klären." Eis und Schnee machen Gehwege gefährlich – wenn dann ein Unfall passiert, wird es juristisch schnell kompliziert. ZEIT-Redakteurin Tina Groll hat alle Fragen zum Räumen und Streuen rund um die sogenannte Verkehrssicherungspflicht zusammengestellt . DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN Noch bis Anfang Februar ist die Schau "Luminary/Lichtung" im Ausstellungsraum "Parabel" zu sehen. Präsentiert werden Werke des chinesischen Künstlers Wang Yefu und der Hamburgerin Silke Silkeborg. In der Begegnung der beiden zeitgenössischen Positionen entwickelt sich ein Spannungsfeld zwischen Ost und West, zwischen Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, die in Zeichnung und Malerei Ausdruck finden. "Parabel", Zentrum für Kunst in Hamburg, Fuhlsbüttler Str. 656; Öffnungszeiten: Fr, 14–18 Uhr; Sa/So, 11–18 Uhr MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK In einem Supermarkt lege ich bei einem Einkauf auch eine einzelne Banane auf das Kassenlaufband. Der Kassierer: "Wow, so viel Bananen." Ich: "Ja, wir wollen es zu Weihnachten mal so richtig krachen lassen." Erlebt von Bernd Becker Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .