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17.12.2025
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Mittwoch – mit dem verstorbenen Deichkind-Mitgründer Malte Pittner, und einer neuen Anlage im Hafen, die CO2 aus der Luft saugen soll

Liebe Leserin, lieber Leser, griffige Straßen sind eine fantastische Sache. Auf ihnen können Menschen mit dem Auto oder dem Fahrrad fahren, ohne ins Schleudern zu geraten, und Fußgänger spazieren, ohne auszurutschen und sich womöglich fies zu verletzen. Sobald das Wetter es erfordert, rücken darum die Männer und Frauen vom Winterdienst der Stadtreinigung aus. Sie fahren, wenn es sein muss, Tag und Nacht, schieben mit einem ihrer 366 Fahrzeuge Schnee beiseite und werfen Streugut auf die Straßen. Gut 8.500 Tonnen davon brachten sie im vergangenen Winter aus, in der Saison davor waren es 15.500 Tonnen. Das ist aus schon genannten Gründen großartig. Doch über ebenjenes Streugut wird gerade auch diskutiert. Dirk Lau vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Hamburg etwa sagt: Viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer haben im Winter platte Reifen – durch spitze Steinchen auf den Straßen. Seinem Empfinden nach waren die Probleme im vergangenen Jahr extrem, aber auch in diesem Jahr gibt es schon einige Meldungen. Wir hatten mindestens einen Steinchen-Platten in der Familie, und auch im Freundeskreis ist mir das Thema begegnet. Kann es sein, dass das Streugut Fahrradreifen beschädigt? Die Stadtreinigung Hamburg schreibt dazu, sie setze als Streustoff gewaschenen Kies ein. Die Körner seien äußerst klein (1 bis 4 Millimeter) und mindestens abgerundet, was sie nicht wirklich gefährlich für die Fahrräder macht. Diese Beschaffenheit kontrolliere man regelmäßig, das sei auch in Vorbereitung auf diese Winterdienstsaison geschehen, und dabei habe man keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Aber man muss auch sagen: Die Stadtreinigung ist nicht für alle Radwege zuständig, nur für ein "abgestimmtes Radwegnetz mit einer Länge von 315 Kilometern". Um die restlichen Radwege müssen sich unter anderem Anlieger kümmern. Ob die vielleicht spitzere Steinchen ausbringen? Oder manche Stadtreinigungs-Steine doch zu scharf für Fahrradreifen sind? Wer weiß. Lau rät jedenfalls: Vor jeder Fahrt kontrollieren, ob Splitter im Mantel stecken, und wenn, dann einfach mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen, dann können sie nichts anrichten. Also, solange man sie nicht direkt wieder auf den Radweg wirft. Kommen Sie gut durch! Ihre Maria Rossbauer WAS HEUTE WICHTIG IST Malte Pittner, ein Gründungsmitglied von Deichkind, ist tot. Die Band teilte am Montag auf Instagram mit: "Unser ehemaliger Bandkollege Malte Pittner ist vor Kurzem nach langer Krankheit gestorben. Das hat uns ziemlich geschockt". Pittner gründete 1997 in Bergedorf die Band mit und blieb bis zum Jahr 2005. Von 2009 an trat er als Gitarrist mit der Country-Band Texas Lightning auf. Pittner hat zudem Musik für Werbespots gemacht. Er galt als genialer Musiker, Entertainer und unglaublich talentierter Songwriter und Texter. Malte Pittner starb am 9. November. Er wurde 48 Jahre alt. Die Deutsche Bahn liegt bei der umfassenden Sanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin bislang gut im Zeitplan. Seit Anfang August, teilte der Konzern mit, wurden bereits rund 165 Kilometer Gleise, 241 Weichen sowie zahlreiche Schallschutzwände, Signale, Oberleitungen und Bahnsteige erneuert. Die größte Herausforderung steht mit der Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik jedoch noch bevor. Die Modernisierung ist Teil von über 40 Generalsanierungen, mit denen Bund und Bahn das marode Schienennetz bis Mitte der 2030er Jahre wieder fit machen wollen. Die Hauptstrecke Hamburg-Berlin bleibt noch bis Ende April gesperrt. Im Frühjahr 2026 sollen alle Erstklässlerinnen und Erstklässler Hamburgs Gutscheine für drei Besuche in einem Bäderland-Schwimmbad erhalten. Diese können sie dann innerhalb von drei Monaten kostenfrei zusammen mit einem Elternteil einlösen. Finanziert werden die rund 19.000 Gutscheine durch die Behörde für Inneres und Sport. Innensenator Andy Grote (SPD) sagte zum Grund der Aktion am Dienstag: "Wir wollen, dass alle Kinder sicher schwimmen können, wenn sie die Grundschule verlassen." In aller Kürze • Am Mittwoch beginnen in Hamburg die Weihnachtsferien , in der Zeit erwartet der Flughafen mehr als 570.000 Passagiere. Die meisten Gäste, so heißt es in einer Mitteilung der Betreibergesellschaft, werden diesen Freitag und am Sonntag dort an- und abreisen • Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft stapeln sich gerade • Bis Anfang Dezember 2025 rückten in Hamburg • Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft stapeln sich gerade 76.738 unerledigte Ermittlungsverfahren , 698 davon laufen schon länger als ein Jahr, 228 länger als zwei Jahre. Die Situation sei unter anderem dem Umstieg auf die elektronische Aktenführung zum 1. Januar 2026 und dem damit einhergehenden flächendeckenden Schulungs- und Einarbeitungsbedarf geschuldet, hieß es dazu vom Senat • Bis Anfang Dezember 2025 rückten in Hamburg 1.664-mal Schädlingsbekämpfer aus, um gegen Ratten an öffentlichen Plätzen vorzugehen, mit 348 Einsätzen am häufigsten in Eimsbüttel. Im Gesamtjahr 2024 gab es laut zuständigem Institut für Hygiene und Umwelt 1.948 Einsätze THEMA DES TAGES Der CO₂-Fänger im Hafen In Hamburg soll eine neue Anlage schädliche Treibhausgase aus der Luft saugen. ZEIT:Hamburg Autorin Kristina Läsker war gestern beim Spatenstich vor Ort. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem Artikel: Manchmal sieht die Zukunft aus wie ein Kartoffelacker. Es ist ein kalter, sonniger Tag in der Woche vor Weihnachten. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard steht mitten im Hafen vor einer kleinen Fläche mit brauner Erde. Die SPD-Politikerin hält einen Spaten in den Händen, der mit einer üppigen Schleife aus blauem Band verziert ist. Ganz so, als wäre der Spaten ein verfrühtes Geschenk und das hier die ganz große Bescherung. Dann sticht Leonhard ihren Spaten in den Haufen, schaufelt drauflos und lächelt in die Kameras. "Hier entsteht ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel", beteuert die Politikerin im Anschluss, und spätestens jetzt wird klar: Das ist kein normaler Spatenstich. Er ist mit enormen Hoffnungen verbunden. Denn Hamburg steckt in einem Dilemma: Seit dem Volksentscheid im Oktober steht fest, dass die Hansestadt schon bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein muss und nicht erst bis 2045. Gleichzeitig, sagt Senatorin Leonhard, will Hamburg eine Industriestadt bleiben und seine Fabriken nicht mit einer zu strengen Klimapolitik vergraulen. Doch wie soll das gehen? Das weiß niemand so genau, klar ist nur: Es braucht Innovationen und eine Energiewende, und das so schnell wie möglich. Daher setzt die rot-grüne Landesregierung verstärkt auf private Initiativen wie diese im Hafen. Innerhalb weniger Monate will die Hamburger eFuel GmbH hier eine Anlage errichten, die Kohlenstoffdioxid (CO₂) aus der Luft filtern kann. Wie groß die neue Anlage werden soll und wieso sie gerade jetzt startet, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung des Artikels auf zeit.de . DER SATZ "Oft erleben wir, dass die Finsternis des Winters auch nach unserer Seele greift. Doch wenn wir das Wort Licht aussprechen, wird es in uns hell." Anselm Grün aus "Dem Licht zugewandt" Für viele ist der Advent eine Zeit der Besinnlichkeit, doch für manche kann die dunkle Jahreszeit auch auf das Gemüt schlagen. In diesem Artikel auf zeit.de erzählen Seelsorger, was sie tröstet (Z+) . DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN Im Komponisten-Quartier gibt es am Samstag ein Konzert auf dem Tafelklavier von Baumgardten & Heins, auf dem Johannes Brahms einst spielte und unterrichtete. Die 15-minütige Vorführung "So klingt Brahms!" findet jeden 4. Samstag im Monat statt. "So klingt Brahms!", 20.12., 15 Uhr; Komponisten-Quartier, Peterstraße 28; gern mit Anmeldung unter info@komponistenquartier.de oder 040-636 078 82 MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK Eine Nachbarin fragt einen Handwerker, der im Hausflur arbeitet: "Sind Sie am Wasser dran? Ich gehe gleich duschen, muss ich da was beachten?" Der Handwerker dreht sich um: "Geben Sie Bescheid, wenn Sie so weit sind, dann zähle ich bis drei und schalte das Warmwasser ab." Meine Nachbarin blickt irritiert. Er: "Ist gut fürs Immunsystem." Gehört von Sylvia Ostermann Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .