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25.02.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Mittwoch – Mit einem Baumfäll-Stopp für den Wilden Wald, einer Forderung des Historikers Jürgen Zimmerer und neuen Streiks bei Bus und U-Bahn

Liebe Leserin, lieber Leser, sind Sie morgens als Erster im Büro, können Kaffee kochen und möchten sich beruflich verändern? Und verstehen Sie vielleicht etwas von Flugzeugbau? Dann hätte ich da eine Idee! Die zivile Flugzeugsparte von Airbus sucht einen Deutschland-Chef oder eine Chefin. Aktuell erledigt André Walter den Job, doch der 59-Jährige wird einen Neuanfang wagen. Im November habe ich den Ingenieur im Airbus-Werk Finkenwerder für ein Interview besucht. Da erklärte er mir etwa, warum wir weiter auf Wasserstoff-Flugzeuge warten müssen. Dass er dem Team morgens Kaffee kocht, erzählte er nebenbei. Das ganze Gespräch finden Sie hier . Später gingen wir in eine Halle, in der die Rümpfe der A320 gefertigt werden. Das ist seit Kurzem das meistgeflogene Flugzeug der Welt. Walter blieb mehrmals stehen und sprach mit Kollegen. Ich hatte den Eindruck: Er mischt gerne in der Fertigung mit und sitzt weniger gern in Meetings. Doch nach fast 20 Jahren bei Airbus überwiegen da wohl inzwischen die Meetings. Am 1. Juli nun wechselt der Airbus-Mann nach Papenburg im Emsland, dann wird Walter die Meyer-Werft leiten – eine der weltweit wichtigsten Werften für Kreuzfahrtschiffe. Dieser Mittelständler versteht sehr viel vom Bau schöner Urlaubsschiffe aber wohl weniger von Betriebswirtschaft – er wäre trotz voller Auftragsbücher im vergangenen Jahr fast pleitegegangen. Dann rettete der Staat die Werft vor dem Aus, und die Politiker koberten Walter für den Sanierer-Job. In Papenburg muss Walter bald ein Führungsteam formen, Kosten senken und das Projektmanagement verbessern. "Ich bin ein Kind der Airbus-Familie", sagte Walter über sich selbst am Montagabend. Da hatte das Unternehmen die Presse zum Gespräch mit einigen Topmanagern eingeladen. Dieses Verwurzeltsein bei Airbus wird Walter helfen, denn Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe werden meist als Einzelstücke gefertigt. Es gibt viel Handarbeit, viele Prozessschritte und viele Zulieferer. Walter beherrscht diese Komplexität und darf sie auf den Schiffbau übertragen. Fall Sie übrigens Airbus spannend finden, aber nicht direkt an die Spitze wollen: Auch da gäbe es Chancen. In Hamburg, Buxtehude und Stade arbeiten mehr als 20.000 Menschen bei dem Flugzeugbauer. Aktuell werde "gebremst eingestellt", sagte Walter. Gesucht werden auch Spezialisten für Montage, Cybersecurity und grüne Antriebe. Viel Glück bei der Bewerbung! Ihre Kristina Läsker Was heute wichtig ist Hamburg will die Eisenbahnbrücken über die Norderelbe erneuern und um ein drittes Bauwerk erweitern . Die Planungen dazu haben die Verkehrsbehörde und die Deutsche Bahn im Rathaus vorgestellt. Das Projekt soll mehr als eine Milliarde Euro kosten und viele Jahre dauern. Hamburgs Innensenator Andy Grote hat der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland weitere Unterstützung zugesichert. "Wir stehen an der Seite der Ukraine aus Solidarität mit einem angegriffenen Volk", sagte der SPD-Politiker anlässlich des vierten Jahrestags der Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Aktuell ist Hamburg dabei, der Stadt Kyjiw knapp 30 Stromgeneratoren für die Versorgung von etwa 3.000 Haushalten zu schicken. Ver.di ruft Beschäftigte der Hamburger Hochbahn erneut zum Warnstreik auf. Der 48-stündige Streik soll Freitagfrüh beginnen und Sonntagfrüh enden. Fahrgäste müssen mit erheblichen Einschränkungen im Bus- und U-Bahn-Verkehr in Hamburg rechnen. Im "Wilden Wald" in Hamburg-Wilhelmsburg darf vorerst kein Baum gefällt werden. Das ordnete das Verwaltungsgericht Hamburg vorläufig an. Damit solle bis zu einer Entscheidung des Gerichts über einen Eilantrag des Naturschutzbunds Deutschland gegen die Rodung Zeit geschaffen werden, sagte ein Gerichtssprecher. Generationswechsel: Benjamin Otto übernimmt die Verantwortung für die Otto Group. Zum 1. März wird der 50-Jährige neuer Vorsitzender des Stiftungs- und des Gesellschafterrats. Vater Michael Otto gibt nach 55 Jahren alle Ämter bei dem Handelskonzern ab. Aus Hamburg Ach, ins Archiv? Können Sie leider gerade nicht rein Manche Privatunternehmer blockieren die kritische Aufarbeitung ihrer Geschichte. Das muss sich ändern, findet Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte an der Universität Hamburg . Lesen Sie hier einen Auszug aus seinem Gastbeitrag: Claus Hagenbeck sieht sich in einer ehrwürdigen Tradition stehend. Lange Jahre leitete der 84-Jährige den Tierpark Hagenbeck; er ist ein Patriarch, der ein Erbe verwaltet, das weit über die materiellen Umfänge der Firma hinausgeht. Der Tierpark gehört schließlich zu Hamburg wie der Hafen, die Speicherstadt und die Reeperbahn. Zugänge im Tierbestand, etwa durch Geburten kleiner Eisbären oder Löwinnen, schaffen es regelmäßig in die Hamburger Presse und ins Fernsehen. Hagenbeck ist zweifellos eine Hamburger Instanz. Aus der herausgehobenen Position ergibt sich aber auch Verantwortung. Und hier fangen die Probleme an. Wer ein – auch immaterielles – Erbe verwaltet, ist zur Offenheit und Transparenz verpflichtet. Er oder sie muss auch über die dunklen Aspekte der eigenen Geschichte aufklären, zumal wenn diese Bedeutung für die allgemeine Geschichte besitzen. Denn Hamburgs Tierpark war nicht nur eine Heimstatt wilder Tierbabys. Die weltweite Bekanntheit von Hagenbeck gründet sich historisch nicht unerheblich auf der rassistischen Ausstellung von Menschen. Diese "Völkerschau" genannten Menschenzoos machten Hagenbeck bereits im deutschen Kaiserreich zur globalen Marke und spülten wohl auch viel Geld in die Firmen- und Familienkasse. Zwischen 1875 und 1931 zeigte Hagenbeck etwa 100 Völkerschauen und schickte sie auf Tour durch ganz Deutschland und auch ins Ausland, wo "Hagenbeck" fast zum Synonym für "Völkerschau" wurde. Lesen Sie den Text von Jürgen Zimmerer weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel Schon gesehen? Was stand in der ZEIT, als Sie geboren wurden? Die ZEIT wird 80 Jahre alt! Aktuell finden Sie die Geburtstagsausgabe am Kiosk. Auf zeit.de zeigen wir alle 4.187 Titelseiten. Erkunden Sie unser komplettes Archiv und suchen Sie mit unserem Tool nach Ihrem Geburtstag . → Zum Artikel (Z+) Darauf können Sie sich freuen Beim "Tag der Archive" öffnet das Staatsarchiv von 10 bis 17 Uhr seine Türen. Besucherinnen und Besucher können an Führungen durch die Magazine teilnehmen und ausgewählte "Archivschätze" entdecken – darunter die zwölf Meter lange Elbkarte aus dem Jahr 1568 von Melchior Lorichs sowie Beispiele dafür, wie historische Dokumente heute gesichert werden. Für Kinder gibt es eine Rallye. Weitere Archive stellen sich im selben Zeitraum im Forum der Handelskammer am Adolphsplatz 1 vor. "Tag der Archive", 7.3., 10–17 Uhr, Staatsarchiv Hamburg, Kattunbleiche 19; Tel 040-42831-3143; der Eintritt ist frei, für Führungen ist eine Anmeldung im Foyer erforderlich. Meine Stadt Hamburger Schnack Morgens in einer total überfüllten Bahn. An einer Haltestelle versuchen einige Leute verzweifelt einzusteigen und rufen vom Bahnsteig aus hinein: "Bitte noch weiter aufrücken, damit wir auch noch mitkommen." Daraufhin die Antwort aus der stark kuschelnden Menge im Zug: "Sollen wir jetzt miteinander fusionieren?" Gehört von Steffi Meyer aus Uetersen Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren