Zeit 21.11.2025
06:00 Uhr

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Kommen Sie zum Elbvertiefungs-Jahresrückblick im Bucerius Kunst Forum


Die Elbvertiefung am Freitag – mit einem Defizit bei Hochbahn und teuren E-Bussen, einem blubbernden Bioreaktor und dem Entre Nous am Klosterstern in der Gastrokritik

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Kommen Sie zum Elbvertiefungs-Jahresrückblick im Bucerius Kunst Forum
Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben uns schon viel zu lange nicht mehr gesehen, finden Sie nicht auch? Glücklicherweise gibt es bald eine Gelegenheit, dies zu ändern: Am Montag, 1. Dezember, nehmen wir die 100. Folge unseres Podcasts auf – nicht wie sonst im Studio, sondern live vor Publikum und, wenn Sie wollen, auch mit Ihnen. Im Bucerius Kunst Forum wollen wir zusammen auf die wichtigsten Hamburger Ereignisse und Entscheidungen des Jahres zurückschauen: von der Bürgerschaftswahl bis zum Zukunftsentscheid, von der Krise am Hamburg Ballett bis zur Debatte um die neue Oper, von den Plänen für Olympia bis zum Aufstieg des HSV. Auch die neuesten Entwicklungen im Hafen werden nicht unerwähnt bleiben, am Thema Kriminalität kommen wir ebenfalls nicht vorbei, und wer weiß, was in der Woche bis zur Aufzeichnung noch so alles passiert. Zu Gast in dieser besonderen Folge: alle Kolleginnen und Kollegen aus dem Hamburg-Ressort der ZEIT. Wir würden uns freuen, Sie dort zu sehen – Karten für die Podcast-Aufzeichnung sind hier erhältlich , die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Bis dahin also – ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Ihr Florian Zinnecker WAS HEUTE WICHTIG IST Die Hochbahn braucht deutlich mehr staatliche Zuschüsse. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Richard Seelmaecker weist daraufhin, dass der Kostendeckungsgrad von 90,1 Prozent im Jahr 2019 auf 65,8 Prozent im Jahr 2024 gefallen sei. Aus dem Hamburger Haushalt müssen im kommenden Jahr 390 Millionen Euro zugeschossen werden. Teuer war zuletzt der Kauf von insgesamt 420 E-Bussen für 320,5 Millionen Euro, Einnahmen aus Einzelverkäufen brachen durch das Deutschlandticket weg. Der Vater des in Istanbul gestorbenen Hamburger Familienvaters fordert eine lückenlose Aufklärung des Todes seines Sohnes, seiner Schwiegertochter und der beiden Kinder. Er werde so lange kämpfen, wie er könne, "ob mein Leben ausreicht oder nicht", sagte Yilmaz Böcek. Vater, Mutter, der fünf Jahre alte Sohn und die drei Jahre alte Tochter waren am 9. November nach Istanbul gereist und verstarben später mutmaßlich an einer chemischen Vergiftung. Die Hamburger Grünen haben nach dem Volksentscheid zur Verschärfung der Klimaziele einen Maßnahmenplan beschlossen. Der als kleiner Parteitag bezeichnete Landesausschuss stimmte einem Leitantrag des Vorstands einstimmig zu. Unter anderem sollen die Wärmewende und die energetische Sanierung des Gebäudebestandes beschleunigt werden. In aller Kürze • Nach jahrelangen Planungen ist die Klinik Athleticum am Hamburger Volkspark mit dem Schwerpunkt Sportverletzungen offiziell eröffnet worden. Davon verspricht sich unter anderem der benachbarte Fußball-Bundesligist Hamburger SV bessere Behandlungsmöglichkeiten für seine Spieler • Nach einem brutalen Angriff mit Eisenstangen auf ein Pärchen in Gelsenkirchen hat die Polizei Verdächtige in Hamburg festgenommen. Die drei Männer sind 23, 28 und 29 Jahre alt • Der Hochzeitstermin 26.6.2026 ist beliebt bei Paaren in Hamburg. Bei den Standesämtern haben bereits jetzt zahlreiche Paare für das besondere Datum reserviert AUS DER HAMBURG-AUSGABE Freundlich blubbert der Bioreaktor In einem Genlabor der Hamburger Universität leben 830 Algenarten – eine weltweit einmalige Sammlung. Ohne Algen könnte die Menschheit nicht überleben. Nun sollen Freiwillige helfen, sie zu züchten. ZEIT:Hamburg-Redakteur Oskar Piegsa hat aufgeschrieben, wie das funktionieren soll; lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel. Algen sind ein Ärgernis. Sie sind der schmierige Belag im Aquarium, der grüne Teppich auf umgekippten Tümpeln, die schleimigen Gewächse im Badeurlaub. Aber sie sind auch ein Grund, warum auf der Erde überhaupt Menschen leben können. Schätzungen zufolge machen Algen zwar weniger als ein Prozent der globalen Biomasse aus, produzieren aber rund 40 Prozent des Sauerstoffs in der Atmosphäre. Ohne Algen würde es für uns unangenehm werden. Sollte man ihnen also dankbarer sein? Oder: sich zumindest ein bisschen für sie interessieren? Diese Fragen stehen hinter dem Labor für morgen , einem neuen Ausstellungs- und Mitmachprojekt des Universitätsmuseums, das naturwissenschaftliche Grundlagenforschung zum Anfassen bieten will. Es richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die keine wissenschaftliche Vorbildung haben. Antje Nagel ist die Leiterin des kleinen Museums im Hauptgebäude der Uni Hamburg, das schräg gegenüber dem Dammtorbahnhof liegt. Zugleich ist sie die zentrale Ansprechpartnerin für die wissenschaftlichen Sammlungen der Universität und damit eine der wenigen Personen mit einem annähernden Überblick, was in den Instituten, Archiven und Laboren in Hamburg aufbewahrt und erforscht wird. "Viele ahnen ja gar nicht, was es hier alles gibt!", sagt Antje Nagel. Und damit kommen wir zurück zu den Algen: Von den mehr als drei Millionen Objekten in den 33 Sammlungen der Universität sind die meisten unbelebt. Es handelt sich etwa um Gesteine und Mineralien, um historische Bibeln, Weltkarten und Rechenmaschinen. Es gibt aber auch lebende Sammlungen. Wie die rund 830 Arten von Mikroalgen, die in einem Institutsgebäude am Botanischen Garten in Klein Flottbek aufbewahrt werden. Was Interessierte beim " Labor für morgen " als Mitmachlabor lernen können , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung auf zeit.de . Beim Universitätsmuseum können Sie sich ab November für Algenworkshops anmelden. DER SATZ "Stress kann die Alarmanlage des Körpers so scharf schalten, dass sie sogar dann anschlägt, wenn etwas völlig Harmloses ansteht. Wie eine Fahrt mit dem Bus." Angststörungen sind die häufigste psychische Krankheit, doch es gibt ein Mittel gegen sie. Die Therapie verlangt allen Beteiligten viel ab , schreibt ZEIT-Redakteurin Stefanie Kara . MAHLZEIT - Die Gastrokritik Er wolle "den Verzicht zum Genuss machen", so war zuletzt vom Spitzenkoch Philipp Troppenhagen zu lesen. Da machte er gerade Station am Herd einer Fastenklinik am Bodensee. Nun ist er wieder in Hamburg – auf einem nicht weniger überraschenden Posten. Das Entre Nous am Klosterstern gehört zur Metzgerei Beisser nebenan und war bis jetzt mittelbekannt als sympathisches, etwas kurioses Steakhouse. Seit einigen Tagen jedoch ist Troppenhagen der Küchenchef, und er ergänzt die Karte um ein Fine-Dining-Menü in drei bis sechs Gängen. Das Thema hier ist eindeutig nicht Verzicht. Schon das Rindertatar trumpft mit einer beachtlichen Menge Kaviar auf. Und so geht es weiter – mit Vanille-Glace zum Kalbsherzbries und Trüffelspänen zum Onsen-Ei bis zum Hauptgang, der (das ist Entre-Nous-Humor) auf Entrecote basiert. Ein elegantes Gericht mit dem sous-vide gegarten Fleisch in Scheiben und einer gekonnten Kürbis-Variation. Hat Harvestehude damit ein neues Spitzenrestaurant? Bis jetzt nicht. Das liegt zum einen am Drumherum, das nicht Schritt halten kann: Die Weinbegleitung wirkt improvisiert, die Erklärung zu manchen Gerichten noch mehr (Was für ein Trüffel das sei? "Der normale."). Und zum anderen liegt es an diesen Trüffeln, dem Kaviar etc. Sie sind gut, aber nicht so stark wie die Erwartungen, die sie wecken. Dass der frühere Küchendirektor des Hotels Vier Jahreszeiten nichts verlernt hat, zeigt am besten der metzgereifernste Gang mit bestem Helgoländer Hummer in einer pikanten Bisque. Schön, dass Troppenhagen statt Verzicht jetzt wieder den Genuss zum Genuss macht. Michael Allmaier Entre Nous Eppendorfer Baum 4, Harvestehude · Tel. 479785 DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN Am 30. November wird der Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung im Schauspielhaus verliehen. Die Preisträger dieses Jahres sind das Internationale Komitee vom roten Kreuz (IKRK) und der Verein EinDollarBrille e. V. Das IKRK wird für seine herausragenden Verdienste als Wächter über das humanitäre Völkerrecht ausgezeichnet. Der Verein EinDollarBrille e. V. ermöglicht Menschen mit Sehschwächen ein selbstbestimmtes Leben. Die Journalistin und "Tagesschau"-Sprecherin Julia-Niharika Sen wird die Veranstaltung moderieren. Anschließend sind alle Gäste zu einem Sektempfang eingeladen. Wir verlosen 10x zwei Tickets für die Verleihung des Marion-Gräfin-Dönhoff-Preises am 30.11. um 11 Uhr im Schauspielhaus. Melden Sie sich bis Montag, 24.11., 12 Uhr, unter diesem Link . Die Gewinner werden anschließend direkt benachrichtigt. MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK Am Donnerstag: An meinem Bürofenster im Zentrum Harburgs ging mittags mit lautem Stimmengewirr eine Kindergarten-Gruppe in Richtung Rathausplatz. Plötzlich riefen die Kleinen wie aus einem Mund: "Weihnachtsmarkt! Weihnachtsmarkt!" Ach ja, der wurde heute eröffnet. Die Lütten hatten wohl die Kindereisenbahn entdeckt. Gehört von Charlotte Heidtmann Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .