Zeit 24.02.2026
06:00 Uhr

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Gefahren im Straßenverkehr: Was die Statistik sagt


Die Elbvertiefung am Dienstag – Mit 70.000 Fußballtrikots, schöneren Flussufern und einem ausgezeichneten Lehrer

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Gefahren im Straßenverkehr: Was die Statistik sagt
Liebe Leserin, lieber Leser, die Polizei nennt die Unfallstatistik, die sie einmal im Jahr präsentiert, neuerdings "Verkehrssicherheitsstatistik " . Diese Bezeichnung, die ich bei der Vorstellung gestern zum ersten Mal hörte, ist nicht komplett abwegig, auch wenn es um die Zahlen getöteter und verletzter Fußgänger, Rad-, Scooter- und Autofahrer geht. Am aussagekräftigsten erscheinen mir langfristige Entwicklungen. Hier sind zwei davon: Zur Jahrtausendwende verunglückten von hunderttausend Hamburgerinnen und Hamburgern binnen eines Jahres 728 im Straßenverkehr. Im vergangenen Jahr waren es 475 von Hunderttausend. Damals kamen 56 Menschen ums Leben, letztes Jahr waren es 21. Und mit Ausnahme der Corona-Jahre, in denen es wenig Verkehr und darum auch weniger Unfälle gab als sonst, entsprechen beide Veränderungen einem recht stabilen Trend. Offensichtlich werden die Straßen allmählich sicherer. Man kann eine solche Statistik allerdings auch anders lesen, etwa so: Zu 64.310 Unfällen kam es letztes Jahr, 2024 waren es 64.121, also 189 weniger. Außerdem wurden 2025 zwei Radfahrer mehr getötet als im Vorjahr, die Zahl der Fahrradunfälle stieg zugleich um 1,2 Prozent und die der verletzten Radfahrenden um vier Promille. Schlussfolgerung: "Der rot-grüne Senat muss dringend handeln, um die Ursachen dieser alarmierenden Entwicklungen zu bekämpfen. " So argumentiert die konservative Opposition in der Bürgerschaft. Einen Satz habe ich bei der Vorstellung der Statistik gehört, den ich von solchen Gelegenheiten schon kenne: dass nämlich jedes Unfallopfer eines zu viel sei. Das ist natürlich richtig. Wahrscheinlich aber muss man das auch aussprechen, wenn es um Verkehrsunfälle geht, damit die Darstellung erfreulicher Entwicklungen nicht zynisch wirkt. Allerdings werden in Hamburg täglich 2.500 Anzeigen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung und 60 wegen des Überfahrens roter Ampeln gestellt. Wenn gefährliche Regelverstöße so alltäglich sind, scheint mir, muss weithin akzeptiert sein, dass Menschen zu Schaden kommen. Darum wirkt auf mich eher die Beteuerung zynisch, jedes Opfer sei eines zu viel. Haben Sie einen schönen Tag! Ihr Frank Drieschner Was heute wichtig ist Mit 25 Millionen Euro, überwiegend aus Bundesmitteln, sollen die Hamburger Flüsse, Bäche und Kanäle in den kommenden zehn Jahren ökologisch aufgewertet werden. Gestern übergab Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) einen Scheck über 17 Millionen Euro an die Stiftung Lebensraum Elbe, die das Vorhaben umsetzen will. Der Hamburger SV hat binnen einer Woche 70.000 Exemplare seines blau-weiß gestreiften Sondertrikots verkauft, das an das 1.887. Bundesliga-Spiels des 1887 gegründeten Vereins erinnern soll. Nach Angaben des Vereins ist das ein Rekord. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein rechnen morgen mit vereinzelten Fahrtausfällen ihrer Busse im Hamburger Westen infolge eines neuerlichen Warnstreiks. Dazu hat die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di aufgerufen. Nach einer Messerattacke vor der Drogenhilfeeinrichtung Drob Inn beim Hauptbahnhof ist der mutmaßliche Täter bereits am Freitag in Uelzen festgenommen worden, wie die Polizei jetzt mitteilte. Er soll am vergangenen Dienstag einen 30-Jährigen mit mehreren Stichen lebensgefährlich verletzt haben. Ein Hamburger Lehrer zählt zu den zehn Gewinnern des Deutschen Lehrerkräftepreises in diesem Jahr, der von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband vergeben wird. Julian Lee unterrichtet Englisch, Philosophie und Informatik am Gymnasium Allermöhe und wurde von ehemaligen Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen. Aus Hamburg Jahrzehntelang führte Issifi Djibey ein ruhiges Leben in Schleswig-Holstein. Er arbeitete als Chefarzt, hat eine Frau und Kinder. Nun wurde er in Niger zum König gewählt. ZEIT-Autor Tom Kroll konnte ein Interview mit ihm führen; lesen Sie hier einen Auszug. Issifi Djibey schaltet sich aus Niamey, der Hauptstadt Nigers, zu. Er ist in lange Gewänder gehüllt und trägt einen flachen Hut. Wenige Tage zuvor wurde der 75-Jährige in der Region Kokorou zum König auf Lebenszeit gewählt. Bislang wohnte Djibey in der Stadt Rendsburg in Schleswig-Holstein, hier leben auch nach wie vor seine Frau Angela und seine Kinder, er arbeitete als Chefarzt in einer Klinik. Im Gespräch erzählt Djibey, wie er zu seinem Amt kam – und was er nun vorhat. DIE ZEIT: Herr Djibey, Sie sind am 8. Februar in Niger in der Region Kokorou zum König gewählt worden. Wie hat sich das angefühlt? Issifi Djibey: Ich war sehr erleichtert, dass die Wahl auf mich gefallen ist. Wissen Sie, meine Urgroßväter waren viele Jahrzehnte Könige. Mein Großvater war über drei Jahrzehnte König, bis 1964. Danach gab es große politische Wirren. 55 Jahre regierten andere Familien, was nicht gut für Kokorou war. Nun ist das Amt endlich wieder in die Familie zurückgekehrt. ZEIT: Wer wählt da wen? Djibey: Es wählen 51 Dorfoberhäupter der insgesamt 72 Siedlungen in der Region. Am Ende konnte ich mich mit 25 Stimmen durchsetzen. ZEIT: Wie läuft so eine Wahl ab? Djibey: Um gewählt zu werden, müssen Sie viel Vorarbeit leisten. Ich habe schon vor der Wahl viele Mittel in die Region investiert. ZEIT: Inwiefern? Djibey: Wie jeder Wahlkämpfer in Afrika musste ich meine potenziellen Wähler näher kennenlernen und für mich gewinnen. Das ging mit kleinen Aufmerksamkeiten. ZEIT: Hatten Sie Konkurrenten? Djibey: Ja, wenn man bei so einer Wahl antritt, dann muss man sich durchsetzen können. Andere Anwärter haben mich bekämpft oder versucht, meine Wahlmänner, die für mich stimmen wollten, durch Geschenke für sich zu gewinnen. Am Tag der Wahl sind wir mit einem Konvoi aus mehreren Geländewagen nach Kokorou gefahren und haben alle Dorfoberhäupter, die für mich stimmen wollten, sicher zum Wahlort begleitet. Welche Aufgaben nun auf Issifi Djibey zukommen , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung des Interviews. → Zum Artikel (Z+) Schon gelesen? "Es wäre für mich der Abstieg in die Hölle, für uns alle" Gisèle Pelicot stellt heute im kleinen Saal der Laeiszhalle ihre Memoiren vor; die Veranstaltung ist bereits so gut wie ausverkauft. Im Interview mit ZEIT-Redakteurin Tanja Stelzer erzählt die Französin, wie sie den Prozess gegen ihre Vergewaltiger überstand, wie sie sich sogar neu verliebte und wie sehr sie einen Mordverdacht gegen ihren Ex-Mann fürchtet. → Zum Artikel (Z+) Darauf können Sie sich freuen In seinem Bildband "Hamburg " zeigt der Fotograf Dmitrij Leltschuk mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos die Vielfalt der Stadt, ihre stillen Winkel ebenso wie ihre unerwarteten, lebendigen Momente. Morgen Abend eröffnet in der Galerie Persiehl & Heine für Fotografie die gleichnamige Ausstellung – begleitet von einer Buchpräsentation des in Hamburg lebenden Fotografen. "Hamburg", Vernissage 25.2., 18 Uhr, die Ausstellung ist bis zum 11.3. zu sehen; Persiehl & Heine – Galerie für Fotografie in der Galerie Commeter , Bergstraße 11 Meine Stadt Hamburger Schnack Freitagmorgen: Ein weißhaariger Herr mit Gehstock kauft am Kiosk eine Mopo. Während er die Zeitung sehr langsam im Jutebeutel verstaut, plaudert der Verkäufer über das Wetter: "Heute minus 5 Grad, morgen plus 10 – wie kann das angehen?" Darauf der Mann: "Da muss ich wohl schnell meinen Bikini rausholen." Gehört von Viola Diem Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .