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19.02.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Donnerstag – Mit vielen neuen Schlaglöchern, Stellenabbau bei Otto und einem Besuch beim Naschimann

Liebe Leserin, lieber Leser, Dämonen und Monster haben auf Hamburgs Theaterbühnen gerade Konjunktur. Auf der Bühne der Staatsoper kämpft Godzilla gegen Donald Trump . Im Ernst-Deutsch-Theater fürchten sich Polarreisende vor Frankenstein . Und im Schauspielhaus krächzen und flattern die Vampire . Dämonen und Monster, so heißt auch die neue Aufführung im Klabauter-Theater unweit des Bahnhofs Berliner Tor. Hamburg ist reich an kleinen Bühnen, doch das Klabauter-Theater ist etwas Besonderes: Anders als an den meisten anderen Privattheatern gibt es hier ein festes Ensemble. Zwölf Schauspielerinnen und Schauspieler bringen ein Stück nach dem anderen auf die Bühne, in den vergangenen Jahren etwa Shakespeare (Wie es euch gefällt) oder Peter Handke (Publikumsbeschimpfung). Das Ensemble ist inklusiv, das bedeutet, dass unter den Schauspielerinnen und Schauspielern auch mehrere sind, die Gehhilfen oder Rollstühle nutzen. Und dass nicht alle komplizierte Sprechrollen übernehmen, einige arbeiten vor allem über ihre körperliche Präsenz. Unterschiede zwischen Menschen werden hier aber nicht groß thematisiert, sondern: Es wird mit ihnen gespielt. Für Dämonen und Monster versuchen die Klabauter etwas Neues: Sie haben sich mit acht Jugendlichen aus St. Pauli zusammengetan, einem Theaterkurs der Stadtteilschule am Hafen. Gemeinsam entwickelten sie das Stück, gestalteten Kostüme und Requisiten, probten und stehen nun auf der Bühne. "Inklusion bedeutet, verschiedene Menschen zusammenzubringen und etwas Gemeinsames zu entwickeln", sagt Anne Pretzsch. Sie bildet zusammen mit Anthoula Bourna und Teresa L. Rosenkrantz das Theaterkollektiv bright future, das die Idee zu Dämonen und Monster hatte. "Jugendliche und Menschen mit Behinderung machen jeweils auf ihre Art Erfahrungen damit, ausgeschlossen zu werden", sagt Pretzsch. "Das wollten wir thematisieren." In dem Stück geht es darum, wie Menschen, deren Aussehen, Alter oder Verhalten von dem der Mehrheit abweicht, zu Monstern gemacht werden. Es geht also nicht um Ungeheuer im Weißen Haus (à la Staatsoper) oder im ewigen Eis (Ernst-Deutsch-Theater), sondern darum, dass wir uns selbst manchmal ziemlich monströs benehmen mit unseren Urteilen und Vorurteilen. Wenn das jetzt sehr moralisch oder didaktisch klingt, keine Sorge. Dämonen und Monster ist ein großes, buntes Durcheinander mit Nebel, Glitzer und Gesang. Die Premiere ist heute um 11 Uhr, bis Ende des Monats gibt es noch weitere Vorstellungen, alle Infos dazu finden Sie hier . Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihr Oskar Piegsa PS: Gestern haben wir in diesem Newsletter gefragt, wovon Sie in unserer Stadt gerade genervt sind. Heute würden wir gern wissen, was Sie in Hamburg glücklich macht. Vielleicht ist es ein besonderer Ort in Ihrer Nachbarschaft, der freundliche Gruß des Briefträgers am Morgen – oder etwas völlig anderes? Verraten Sie es uns! Wir freuen uns über zwei oder drei Sätze (bitte nicht mehr) an hamburg@zeit.de , Betreff: "Ach, Hamburg!" WAS HEUTE WICHTIG IST Der wiederholte Wechsel zwischen Frost und Tauwetter in den vergangenen Wochen führte zu einer deutlich erhöhten Zahl von Schlaglöchern auf Hamburgs Straßen. Das teilte der Senat mit, der das Ausmaß der Schäden noch nicht beziffern konnte. Bezirksämter und die Hafenbehörde HPA sollen Firmen damit beauftragen, Straßen abzufahren und Schlaglöcher mit Heißasphalt zu verfüllen. Erste Priorität haben demnach die Hauptverkehrsstraßen und besonders gefährliche Schäden auch auf kleineren Straßen. Der Onlinehändler Otto plant knapp 460 Vollzeitstellen abzubauen, vor allem am Standort Hamburg. Größere Veränderungen seien im Marketing, im Controlling sowie in den Tech-Bereichen vorgesehen, teilte das Unternehmen mit. Wörtlich hieß es: "Diese schwierige Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen und ist das Ergebnis mehrmonatiger, konstruktiver Verhandlungen mit dem Otto-Betriebsrat." Hamburg und vier weitere Bundesländer haben sich bei der Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, über ihr Vorgehen bei der Streckensanierung Berlin–Hamburg beschwert. Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sich die für Ende April geplante Fertigstellung der Streckensanierung um unbestimmte Zeit verzögere. Später war von "wenigen Wochen, nicht Monaten" die Rede. Die Länder kritisierten, sie seien nicht informiert worden, und forderten einen Zeitplan bis zum 2. März. Rheinmetall darf die Militärsparte NVL der Bremer Werftengruppe Lürssen kaufen, zu der auch die Blohm+Voss-Werft im Hamburger Hafen gehört. Deutschlands größter Rüstungskonzern hatte sich bereits im September mit Lürssen auf den Kauf geeinigt. Doch es musste noch die EU-Kommission zustimmen. Das ist nun geschehen. Die Polizei sucht nach einem Unfall in Wilhelmsburg nach Zeugen. Am Dienstagabend war beobachtet worden, wie zwei Pkw durch ein Gewerbegebiet rasten, mutmaßlich handelte es sich um ein illegales Autorennen. Einer der Fahrer verlor die Kontrolle, durchbrach die Glasfront eines Firmengebäudes und kam erst im Innenraum zum Stehen. Der Mann sei dann in das zweite beteiligte Fahrzeug gestiegen und davongefahren. AUS HAMBURG "Es darf doch nicht erst ein Kind zu Schaden kommen!" Was braucht es für einen sicheren Schulweg? In Hamburg demonstrieren Eltern mit einem roten Teppich für einen Zebrastreifen – und stoßen auf Widerstand. ZEIT-Autorin Helene Altgelt war vor Ort; lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem Artikel. Zwei Hexen stolzieren über einen roten Teppich, flankiert von einem Löwen. Diese Szene könnte sich bei der Premiere von Wicked: Teil 2 abspielen, tatsächlich ist es ein verschneiter Februarmorgen vor der Stadtteilschule Winterhude in Hamburg. Die Kinder sind für eine Karnevalsfeier verkleidet, der Teppich ist an manchen Stellen grau – dort, wo sich die Spuren von Autoreifen abzeichnen. Eltern haben ihn mitten über eine Straße gelegt, den Wiesendamm, um für die Einrichtung eines Zebrastreifens zu protestieren. Der Sohn von Peter Grauvogel ist neun, besucht die dritte Klasse. Meist fährt er mit dem Fahrrad zur Schule – und muss genau hier die Straße überqueren. Rund 800 Autos passieren morgens diese Stelle, sagt Grauvogel, mehr als 13 pro Minute. Vor Unterrichtsbeginn queren dort etwa 300 Schülerinnen und Schüler die Fahrbahn. Grauvogel und seine Mitstreiter haben nachgezählt. Bezirksamt und Polizei sehen dennoch keinen Handlungsbedarf. In einer Stellungnahme bezeichnen sie den Übergang als "sicher und gut nutzbar". Der Konflikt am Wiesendamm ist kein Einzelfall. In ganz Hamburg wird immer wieder über sichere Schulwege gestritten: besorgte Eltern auf der einen, abwägende Behörden auf der anderen Seite. Längst hat das Thema auch die Politik erreicht. Vor einem Jahr veröffentlichte die Metropolregion Hamburg gar einen Leitfaden mit dem Titel "Bussi vor dem Bus". Darin finden sich konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit vor Schulen: Tempo-30-Zonen etwa, klar markierte Hol-und-bring-Bereiche für sogenannte Elterntaxis – und Zebrastreifen. Warum sich trotz vieler Diskussionen nichts verändert , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) SCHON GELESEN? "Die verrücktesten Sachen kommen aus Asien" Glitzernde Limonade, höllenscharfe Chips und das sauerste Fruchtgummi – Talha Ergün bringt Süßigkeiten aus aller Welt in die Hamburger Supermärkte. Wie entdeckt er all die Sachen? ZEIT-Autorin Miriam Amor hat ihn das gefragt. → Zum Artikel (Z+) DAS KÖNNTE SIE INTERESSIEREN Das Benefiz-Orchester Nova Consonanza gastiert im Johanneum mit einem Konzert zugunsten des Freundeskreises UKE für Kinder Demenz e.V. Auf dem Programm stehen Werke von Mozart und Strawinsky. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Sie fließen vollständig in die Unterstützung demenzkranker Kinder sowie in die Behandlung und Erforschung ihrer seltenen neurodegenerativen Erkrankungen am Kinder-UKE. Benefizkonzert Nova Consonanza, 22.2., 18 Uhr; Aula des Johanneums, Maria-Louisen-Str. 114 MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK In einer Bäckerei am Hauptbahnhof. Der Verkäufer fragt den Kunden: "Darf ich die zwei Teile in eine Tüte packen?" Der Kunde: "Klar, die werden sich schon vertragen." Gehört von Ute Zeißler Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .