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30.11.2025
16:09 Uhr
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Bei den Protesten gegen die Neugründung einer AfD-Jugendorganisation in Gießen sind nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelhessen drei Menschen zwischenzeitlich festgenommen worden. Sie seien am Samstag alle nach kurzer Zeit wieder aus der Gewahrsamsstelle entlassen worden, sagte Präsident Torsten Krückemeier der Deutschen Presse-Agentur. Es seien 25 Strafanzeigen gefertigt worden. Außerdem seien nach derzeitigen Erkenntnissen zwischen 10 und 20 Polizeibeamte leicht verletzt worden. "Es sind sicherlich nicht die schlimmsten Szenarien eingetreten", sagte Krückemeier. Die Dimension des Polizeieinsatzes sei dennoch auch wegen der "massiven Gewalt gegen Polizeibeamte" angemessen gewesen. Im Einsatz waren ihm zufolge Polizistinnen und Polizisten aus 15 Bundesländern sowie Kräfte von Bundespolizei und Bundeskriminalamt. Mit Blick auf Vorwürfe, die das Aktionsbündnis "Widersetzen" gegen die Polizei erhoben hatte, sagte Krückemeier, er gehe davon aus, dass die Rechte festgenommener Personen zu jeder Zeit berücksichtigt worden seien. Hinweise auf eine unrechtmäßige Anwendung gebe es bislang nicht. Der Marburger Rechtsanwalt Jannik Rienhoff, der einige in Gewahrsam genommene Aktivisten des Bündnisses vertritt, hatte kritisiert, Polizisten seien teils gegen Leute angerannt und hätten "draufgeschlagen", was "offensichtlich rechtswidrig" sei. Personen, die in Gewahrsam genommen worden seien, sei es nicht ermöglicht worden, zu telefonieren - obwohl eigentlich klar sei, dass Menschen in Gewahrsam ihre Anwälte anrufen dürften. © dpa-infocom, dpa:251130-930-362170/1