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12.08.2026
15:48 Uhr
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Der Bundesfinanzminister will ein Entgegenkommen der Union bei Spitzensteuersatz und Erbschaftsteuer. Im Gegenzug plant er Entlastungen bei der Einkommensteuer.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich offen für höhere Steuerentlastungen gezeigt, knüpft aber diese an ein Entgegenkommen der Union. Sollten CDU und CSU bereit sein, beim Spitzensteuersatz oder der Erbschaftsteuer Zugeständnisse zu machen, »dann hätte ich auch Ideen, wo man noch mehr entlasten kann«, sagte der SPD-Chef in Berlin. Er selbst habe bereits Pläne für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf den Tisch gelegt , um den Großteil der Bürger stärker zu entlasten, sagte Klingbeil. Das sei jedoch von der Union abgelehnt worden. Auf der anderen Seite will die Koalition aus CDU/CSU und SPD nach seinen Worten die Einkommensteuerreform Anfang September im Kabinett beschließen. Das Entlastungsvolumen soll ab 2028 rund zehn Milliarden Euro betragen. Klingbeil sagte, er habe darauf gedrungen, den Schwerpunkt auf kleine und mittlere Einkommen sowie Familien zu legen. Der Bund der Steuerzahler und die Union kritisieren Klingbeil seit Tagen, weil sein Entwurf zwar Steuerentlastungen vorsieht, nicht aber einen Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen und die reale Kaufkraft dadurch gleich bleibt oder sogar sinkt. Kritik kommt auch von den Grünen. Die Bundestagsabgeordnete Katharina Beck sagte, man dürfe die geplante Reform so nicht als Entlastung verkaufen. »Eine reale Senkung der Belastung von Arbeit wäre sinnvoll, zum Beispiel über die Senkung der Krankenkassenbeiträge, die sowohl kleinen und mittleren Einkommen als auch den Unternehmen eine Entlastung bringen würde«, sagte sie.