Zeit 24.05.2026
15:42 Uhr

Einbürgerung: Unionspolitiker wollen Einbürgerungsregeln verschärfen


CDU-Politiker Alexander Throm will Einbürgerungsreformen der Ampelregierung rückgängig machen. Grund dafür ist ein Höchststand bei Einbürgerungen.

Einbürgerung: Unionspolitiker wollen Einbürgerungsregeln verschärfen
Der CDU-Politiker Alexander Throm hat nach dem sich abzeichnenden Höchststand bei Einbürgerungen in Deutschland rechtliche Verschärfungen gefordert. »Wir konnten das Schlimmste der Ampelreform beim Staatsbürgerschaftsrecht wieder abschaffen, nämlich die Turbo-Einbürgerung nach nur drei Jahren«, sagte der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion der Welt. So will Throm, dass die Einbürgerungsfrist wieder auf acht Jahre verlängert und die generelle Zulässigkeit der doppelten Staatsbürgerschaft abgeschafft wird. Allerdings habe sich die Union bei den Koalitionsgesprächen mit der SPD dem CDU-Politiker zufolge in diesem Punkt nicht durchsetzen können. CDU fordert Niederlassungserlaubnis vor Einbürgerung Throm schlug dazu vor, eine Einbürgerung solle nicht direkt aus einem Schutzstatus erfolgen können. Zunächst müsse sich ein Ausländer eine Niederlassungserlaubnis erarbeiten. Erst danach dürfe die Einbürgerungsfrist beginnen. Eine Niederlassungserlaubnis ermöglicht ebenfalls einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland. Voraussetzung ist, dass in der Regel mindestens 60 Monate Einzahlung in die Rentenversicherung nachgewiesen werden. Auch der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) plädierte gegenüber der Welt für rechtliche Änderungen. »Es ist richtig, dass wir den Menschen, die schon lange hier sind und zum Erfolg des Landes beitragen, eine Perspektive für eine vollständige Identifikation bieten«, sagte Poseck der Welt . Er sehe insbesondere beim Thema der Mehrstaatlichkeit Nachholbedarf. »Die doppelte Staatsbürgerschaft erschwert die Integration«, sagte Poseck. Daher sollte diese nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Am Vortag hatte die Welt am Sonntag berichtet, im Jahr 2025 hätten mehr als 309.000 Menschen den deutschen Pass erhalten. Dies wäre nach einem bundesweiten Höchstwert von knapp 292.000 Einbürgerungen im Vorjahr ein neuer Höchststand. Allerdings sind die aktuellen Daten noch nicht vollständig. Linken-Migrationspolitikerin kritisiert Vorschlag Die Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte 2024 das Staatsangehörigkeitsrecht reformiert . Ein Kernpunkt: Wer Deutscher ist, darf grundsätzlich die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Seit der Reform genügen als Voraussetzung fünf statt acht Jahre Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich bereits nach drei Jahren einbürgern lassen. Diese sogenannte »Turbo«-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung wieder gekippt. Die Linken-Migrationspolitikerin Clara Bünger bezeichnete die CDU-Vorschläge als »Schlag ins Gesicht all jener, die seit Jahren hart arbeiten und längst Teil dieser Gesellschaft sind«. Statt Menschen dauerhaft auf Bewährung leben zu lassen, solle Teilhabe gestärkt und der Zugang zur Staatsbürgerschaft erleichtert werden.