Zeit 05.02.2026
11:07 Uhr

Eheschließungen: Immer weniger Menschen in Deutschland heiraten


Für 2024 meldet das Statistische Bundesamt die niedrigste Zahl an Eheschließungen seit 1950. Dafür werden die Ehen später geschieden und halten länger.

Eheschließungen: Immer weniger Menschen in Deutschland heiraten
Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist 2024 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach seien 2024 349.200 Ehen geschlossen worden, knapp drei Prozent von ihnen seien gleichgeschlechtliche Paare gewesen. Die Zahl und der Anteil der Verheirateten an der Bevölkerung sinken laut Statistischem Bundesamt seit Jahren. Mittlerweile liegt der Anteil der Verheirateten in der Bevölkerung unter 50 Prozent. 30 Jahre zuvor waren noch rund 60 Prozent der Erwachsenen verheiratet. Ein Grund ist laut Statistikern, dass Menschen bei ihrer ersten Heirat immer älter sind . Das Durchschnittsalter bei der Eheschließung stieg innerhalb von 30 Jahren um rund sechs Jahre. 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat durchschnittlich 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre. Ehe hält länger und wird später geschieden Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes halten Ehen inzwischen wieder länger als früher. Die durchschnittliche Dauer einer Ehe lag 2024 bei 14,7 Jahren, 1994 noch bei 12 Jahren. Insgesamt wurden 2024 129.300 Ehen geschieden. Das sind etwas mehr als im Vorjahr 2023, als der niedrigste Stand an Scheidungen seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht wurde. Zu Scheidungen kommt es zudem immer später. 2024 betrug das Durchschnittsalter bei der Scheidung 44,6 Jahre bei Frauen und 47,6 Jahre bei Männern. 1994 waren Frauen zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 36,5 und Männer 39,3 Jahre alt. Gemessen an der Bevölkerung wird in Deutschland etwas häufiger geheiratet als im EU-Durchschnitt. 2023 gab es in Deutschland 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, im EU-Schnitt waren es vier. Die meisten Ehen wurden laut der EU-Statistikbehörde Eurostat in Rumänien geschlossen. Dort waren es 5,8 Eheschließungen. Die wenigsten gab es in Slowenien mit drei Eheschließungen.