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27.05.2026
11:56 Uhr
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Deutschland dürfe nicht bei der Entwicklungshilfe sparen, fordert Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Sonst könnten sich Viren wie Ebola zu Pandemien ausbreiten.

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat wegen des Ebolaausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo mehr deutsche Entwicklungshilfe gefordert. »Der Ebolaausbruch verdeutlicht, dass wir keinesfalls bei der Entwicklungszusammenarbeit sparen dürfen«, sagte Lauterbach der Rheinischen Post . »Deutschland sollte seinen Etat für das Entwicklungsministerium wie beim Thema Verteidigung konsequent aufstocken, nicht zusammenstreichen.« Bei der Entwicklungshilfe gehe es nicht nur um humanitäre Leistungen, sondern »vor allem auch um Eigenschutz«, sagte Lauterbach. Die Kürzung der US-Entwicklungshilfe führe bereits jetzt dazu, dass Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo zerfallen. So könnten sich extrem gefährliche Viren wie Ebola rascher ausbreiten und »zu Pandemien mit wirtschaftlichen Folgen für uns werden«. Er warnte zudem vor »Flüchtlingswellen aus afrikanischen Ländern Richtung Europa«, ausgelöst durch erodierende Gesundheitssysteme. »Die populistischen Forderungen von rechten Parteien nach Einschnitten bei der Entwicklungszusammenarbeit sind völlig falsch. Solche Kürzungen können sich bitter rächen für uns.« Der aktuelle Ebolaausbruch war Mitte Mai aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet worden, inzwischen gibt es mehr als 900 Verdachtsfälle . Zudem gab es bereits mehrere Todesfälle, bei denen das Ebolavirus definitiv als Ursache bestätigt wurde. Bei mehr als 200 Todesfällen besteht der Verdacht darauf. Auch in Uganda wurden mindestens sieben Infektionsfälle gemeldet. WHO fordert Waffenstillstand Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) rief wegen des »hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung« am Wochenende für den gesamten Kontinent den Notstand aus. Der Ebolaausbruch drohe sich auf zehn weitere Länder Zentralafrikas auszuweiten: den Südsudan, Ruanda, Kenia, Tansania, Äthiopien, den Kongo, Burundi, Angola, die Zentralafrikanische Republik und Sambia. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer »katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt« in der vom Ebolaausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. »Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen«, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann. Verdachtsfall in Indien nicht bestätigt Ein Ebola-Verdachtsfall in Indien hat sich unterdessen nicht bestätigt. Eine 28-Jährige aus Uganda, die sicherheitshalber unter Quarantäne gestellt worden war, wurde negativ getestet. Es wäre der erste Ebola-Fall in Indien seit 2014 gewesen. Indien hat Screening- und Überwachungsmaßnahmen an Flughäfen und anderen Einreisestellen eingeführt, Empfehlungen zu Vorsichtsmaßnahmen herausgegeben und die Bürger aufgefordert, nicht unbedingt notwendige Reisen in den Kongo, nach Uganda und in den Südsudan zu vermeiden. Der für diese Woche in der Hauptstadt Neu-Delhi geplante Gipfel des Indien-Afrika-Forums wurde verschoben. Kanada und die Bahamas verhängten unterdessen Einreiseverbote. Einreisende aus der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und dem Südsudan dürften ab dem heutigen Mittwoch für 90 Tage nicht mehr nach Kanada einreisen, teilte die dortige Regierung mit. Die vorübergehende Maßnahme solle das Risiko verringern, dass Ebola nach Kanada gelangt und sich dort ausbreitet. Das Eisreiseverbot auf den Bahamas gilt zunächst für 30 Tage.