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27.05.2026
19:59 Uhr
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Der an Ebola erkrankte US-Amerikaner, der in der Berliner Charité behandelt wird, ist auf dem Weg der Besserung. Das Klinikum rechnet mit seiner vollständigen Genesung.

Der Gesundheitszustand des US-amerikanischen Ebola-Patienten , der seit vergangener Woche auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt wird, ist nach Angaben des Universitätsklinikums stabil. Dem Mann gehe es den Verhältnissen entsprechend gut, sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, während eines Pressetermins. Der US-Bürger habe eine kombinierte antivirale Therapie bekommen, auf die er offenbar so gut regiert habe, dass die Viruskonzentration rasch abgefallen und die Laborwerte des Patienten wieder »fast normal« seien, sagte Sander. Weiter teilte der Infektiologe mit: »Wir sind anhand des Verlaufs sehr optimistisch, dass der Patient sich vollständig erholen kann und dann auch die Virusinfektion besiegt ist«. Bundesgesundheitsministerin spricht von herausragender Betreuung Den genauen Entlassungszeitpunkt nannte Sander nicht. Er fügte jedoch hinzu, dass ein Patient in der Regel mindestens 72 Stunden symptomfrei sein und zwei negative Tests innerhalb von 48 Stunden aufweisen müsse, um entlassen zu werden. Das Klinikum werde aber sehr vorsichtig sein und den Patienten eher länger auf der Sonderisolierstation behalten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) informierte sich bei einem Besuch an dem Universitätsklinikum über den Zustand des US-Amerikaners. Dabei dankte sie allen Beteiligten für die reibungslose Aufnahme und Versorgung des Mannes. Laut Warken zeigt der Fall, dass Patienten auf der Sonderisolierstation der Charité »herausragend betreut« würden. Auf die Frage, ob weitere Patienten nach Deutschland kommen sollen, antwortete sie: »Wir haben momentan keine weiteren Anfragen.« Familie des Patienten ist symptomfrei Der Mann arbeitete als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo und infizierte sich dabei mit dem gefährlichen Virus. Vergangene Woche wurde er auf Bitten der USA in der Charité aufgenommen . Nach Angaben der Universitätsklinik wurde bei dem Patienten das Bundibugyo-Virus, eine Art des Ebolavirus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen. Seine Ehefrau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten, wurden einen Tag später ebenfalls in der Charité als Patienten aufgenommen . Sie gelten als Hochrisikokontakte, sind laut Sander aktuell jedoch symptomfrei und befinden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Bei den Angehörigen des Patienten konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Ebolavirus nachgewiesen werden. Ihnen wurde trotzdem eine Postexpositionsprophylaxe verabreicht, da zwei der Kinder Kleinkinder sind und bei diesen die Sterblichkeit durch das Virus sehr hoch sei. Das verabreichte Mittel soll die Infektion vorsorglich verhindern. Für die Frau und die Kinder gilt eine Quarantäneanordnung von 21 Tagen seit dem letzten Kontakt. Ebola-Fallzahlen steigen weiter an Die DR Kongo ist Ausgangspunkt der aktuellen Ebola-Epidemie . Nach Angaben der kongolesischen Regierung wurden seit Beginn des Ausbruchs 1.077 Verdachtsfälle gemeldet, von denen 246 Erkrankte verstorben sind. Offiziell durch ein Labor betätigt wurden demnach 121 Infektionen, darunter 17 mit tödlichem Verlauf. Die Weltgesundheitsorganisation geht jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch in der Provinz Ituri wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda sind bislang sieben weitere bestätigte Fälle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zudem soll ein mit dem Virus infizierter Mann in Uganda gestorben sein. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land bisher nicht. Die ugandische Regierung hat jedoch vorübergehend die Grenze zum Nachbarland geschlossen . Ausnahmen gelten demnach nur für professionelle Ebola-Hilfsteams, humanitäre Missionen und Lebensmittel- und Güterlieferung, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Grenzschließung soll vier Wochen andauern. Menschen, die aus dem Kongo zurückkommen, müssen sich für 21 Tage selbstständig unter Aufsicht der örtlichen Gesundheitsbehörden isolieren. Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus überträgt sich durch Körperflüssigkeiten. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim Ausbruch von 2018 bis 2020 in den auch jetzt betroffenen Provinzen im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen.