Zeit 09.02.2026
19:48 Uhr

EU-Wettbewerbsgipfel: EU-Kommissionschefin schlägt Bevorzugung europäischer Firmen vor


Ursula von der Leyen plädiert dafür, europäische Unternehmen in einigen Branchen zu bevorteilen. Das Thema steht auch auf der Agenda eines EU-Gipfels Ende der Woche.

EU-Wettbewerbsgipfel: EU-Kommissionschefin schlägt Bevorzugung europäischer Firmen vor
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich für eine Bevorzugung europäischer Unternehmen in strategisch wichtigen Wirtschaftsbereichen ausgesprochen. Wenige Tage vor einem EU-Gipfel zum Thema Wettbewerb schrieb von der Leyen in einem Brief an die 27 Staats- und Regierungschefs der EU, dass eine solche "europäische Präferenz" notwendig sei, um die Interessen Europas zu verteidigen und die "heimische Wertschöpfung aktiv zu unterstützen". Die Kommissionspräsidentin schrieb, dass eine Vorzugsbehandlung europäischen Firmen dabei helfen könne, ihre Produktionskapazitäten zu skalieren. Trotzdem müsse die EU weiter mit vertrauenswürdigen Handelspartnern zusammenarbeiten. In einem gemeinsamen Positionspapier warnten auch Deutschland und Italien, dass die EU ihre Handelspartner mit dem Schritt nicht verärgern dürfe. Die EU-Kommission hatte einen Gesetzentwurf angekündigt, nach dem europäische Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen in wichtigen Sektoren künftig bevorzugt werden könnten . Industriekommissar Stéphane Séjourné will den Entwurf demnächst vorstellen. Vor allem Frankreich ist dafür. Einige Mitgliedsstaaten warnen jedoch vor hohen Kosten. Bei dem Gipfel am Donnerstag wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über Wege beraten, um die europäische Industrie zu unterstützen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will vor allem, dass Berichtspflichten für Unternehmen abgebaut werden. Es geht außerdem um Probleme bei Genehmigungen sowie auf den zersplitterten Finanz- und Energiemärkten.